Warum der letzte Spieltag diese Saison rettet

Oh, wie schön ist Abstiegskampf!

Sechs Mannschaften können noch absteigen, das gab es noch nie. Welch ein Glück für diese Saison.

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Eine Saison ist nur dann attraktiv, wenn sie spannend ist. Aus sportlicher Sicht. All die geschassten Trainer, suspendierten Spieler, geschenkten Tore und miesen Schiedsrichterentscheidungen sind, seien wir ehrlich, am Ende doch nur Schall und Rauch.

Gemessen an diesem Maßstab war die bisherige Spielzeit der Bundesliga fad bis langweilig. Die Meisterschaft war viel zu früh entschieden, die Kandidatenliste der Champions-League-Teilnehmer ebenfalls. Alles, was nach den Bayern, Wolfsburg und Mönchengladbach kam, schwamm irgendwie 33 Spieltage lang in einem grauen Einheitsbrei.

Was oben noch passieren kann

Mit wenigen Ausnahmen: Paderborn erlebte den kurzen Höhenflug des unbekannten Aufsteigers, den in den ersten Spielen noch niemand so richtig für voll nimmt, und führte am 4. Spieltag die Tabelle an. Eintracht Frankfurt schien sich im ersten Tabellendrittel zu einem ernsthaften Europa-League-Kandidaten zu entwickeln, brach dann aber doch ins Mittelmaß ein. Und dann waren da noch die Sorgenkinder Borussia Dortmund Werder Bremen, die sich aus eigener Kraft (Klopp) oder dank neuen Kräften (Skripnik) vom 18. Platz ins obere Liga-Drittel kämpften. Der BVB kann mit einem Sieg am letzten Spieltag – gegen Werder Bremen – sogar noch den Sprung auf Platz sechs und damit die Qualifikation für die Europa League schaffen. Falls der FC Augsburg gegen Borussia Mönchengladbach verliert. Die Borussen haben immerhin noch die Chance, bei einer Niederlage der Wolfsburger (gegen Köln) die Vizemeisterschaft einzutüten. Das sind die einzigen Entscheidungen von Belang in der oberen Tabellenhälfte. Na ja.

Wäre die Saison jetzt vorbei, sie wäre sehr bald und vollkommen zu Recht vergessen. Ist sie aber nicht. Noch steht ein Spieltag aus. Und der wird die gesamte Spielzeit retten.

Sechs Mannschaft können noch absteigen. Hertha, Freiburg, Hannover, Stuttgart, Hamburg und Paderborn. Das hat es in der Geschichte der Bundesliga noch nicht gegeben. Und dazu diese Konstellation am 34. Spieltag: Hertha gegen Hoffenheim, Freiburg gegen Hannover, Stuttgart gegen Paderborn, der HSV gegen Schalke. Vier Teams aus der Abstiegszone im direkten Vergleich, der Dino aus Hamburg gegen die so gruselig spielenden Schalker. Als wolle uns der Spielplan für die vorherigen 33 Wochenenden entschädigen und reich beschenken.