Warum der letzte Quali-Spieltag in Südamerika spannend ist wie nie

Unter Druck

Die WM 2018 in Russland ohne Lionel Messi, Arturo Vidal oder James Rodriguez? All das ist möglich. Vor allem der argentinische Superstar steht mit dem Rücken zur Wand. 

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»In Euren Händen«, schreibt Kolumbiens größte Tageszeitung »El Tiempo«, liegt das Schicksal einer ganzen Nation. Zu sehen ist das Bild der beiden kolumbianischen Superstars James Rodriguez vom FC Bayern und Falcao aus Monaco. Der eine war der aufgehende Stern der WM 2014 in Brasilien, dessen Flug ihn bis zu Real Madrid katapultierte, der andere war der Unglücksrabe, verpasste Falcao doch verletzungsbedingt das Turnier im Nachbarland.

Nun müssen es die großen Zwei wieder richten und haben viel zu verlieren. Bayern-Neuzugang James wird in Kolumbien vor dem letzten und entscheidenden Spieltag hart kritisiert. Sollte Kolumbien das Ticket für Russland in Peru verspielen, wird ihn die ganze Wucht der Enttäuschung treffen. Eigentlich war Kolumbien schon durch, doch zwei Fehler von Keeper David Ospina gegen Paraguay am Donnerstag bei der 1:2-Heimschlappe mischten die Karten völlig neu und die »Cafeteros« stehen urplötzlich mit dem Rücken zur Wand.

Schafft es Peru endlich wieder?

Dafür ist bei den gastgebenden Peruanern die Stimmung wie kurz vor Mitternacht bei Silvester. Seit Tagen spricht in Lima niemand mehr über ein anderes Thema als das »Endspiel« gegen Kolumbien. »Darauf haben wir die ganzen Monate hingearbeitet, dass wir am letzten Spieltag unser Schicksal in den eigenen Händen haben und das in einem Heimspiel«, sagte Perus Trainer Ricardo Gareca. Gewinnt Peru gegen Kolumbien, ist die stolze Andennation erstmals seit 36 Jahren wieder bei einer WM dabei und eine landesweite Party in Rot und Weiß ist sicher.

Unverhofft könnte auch Paraguay zur Partynation werden: Der glückliche Auswärtssieg in Kolumbien hat in Asuncion noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Gelingt der fest eingeplante Heimsieg gegen die zuletzt allerdings starken Venezolaner, dürfte Paraguay zumindest auf dem Play-off-Platz fünf landen. Davon konnte ganz Paraguay vor dem vergangenen Donnerstag nur noch träumen. Dann griff Ospina daneben.