Warum der Fußball immer vorhersehbarer wird

Warum in England nicht alles besser ist

Selbst in England, diesem verklärten Sehnsuchtsort auf den sich die spannungssuchenden Blicke des europäischen Fußballfestlands richten, büßt das Meisterschaftsrennen zunehmend an Dramatik ein. Auch Lichtblick Leicester City kann darüber nicht hinwegtäuschen. Von sagenhaften 16 Punkten Gesamtabstand zwischen Meister und Vizemeister von 2007 bis 2012 ist nicht mehr viel geblieben.

In den letzten fünf Premier-League-Spielzeiten ist das Loch auf (immer noch beneidenswerte) 38 Punkte angewachsen. 16 Punkte beträgt außerdem alleine der aktuelle Abstand zwischen dem seit diesem Wochenende feststehenden Meister Manchester City und Stadtrivale Manchester United.

Viva Espana

Lediglich die spanische Primera Division hat es geschafft, ihren Wettbewerb in den letzten fünf Saisons ausgeglichener zu gestalten als in den Jahren davor. Von 33 Punkten zwischen Eins und Zwei ist der Abstand auf 24 Punkte eingeschrumpft. Spitzenwert in den fünf Topligen, der vor allem dem Erstarken von Atletico Madrid geschuldet ist.

Doch auch hier ist die neu gewonnene »Spannung« mit Vorsicht zu genießen, denn erst der früher oder später unvermeidliche Abgang von Atletico-Coach Diego Simeone wird zeigen, ob die Colchoneros sich unabhängig von ihrem Erfolgstrainer als dritte Kraft Spaniens halten können.

Der Tod des Wettbewerbs

Wie sich am Beispiel der Premier League zeigt, ist das »Investoren für alle«-Modell keine Garantie für einen in der Spitze spannenderen Spielbetrieb. Möchte man der ligaübergreifenden Entwicklung entgegentreten, dann muss der Fußball stattdessen lernen, sich selbst zu regulieren. 

In seiner derzeitigen Form folgt er einer praktisch ungebremsten kapitalistischen Logik, die zwangsläufig in einer Monopolisierung des Erfolgs mündet. Und das würde nichts anderes als den Tod des Wettbewerbs bedeuten.