Warum der FSV Mainz nicht abgestiegen ist

Richtige Gegner, neue Positionen und ein Debütant

3. Diallo blüht auf in seiner neuen Rolle

Es ist etwas ungewohnt, Abdou Diallo in seiner neuen Rolle als Linksverteidiger zu beobachten. Der Franzose ist eigentlich gelernter Innenverteidiger moderner Prägung – körperlich robust, aber auch mit einem Auge für den Spielaufbau. Die Rolle des Flügelflitzers passt auf den ersten Blick nicht so recht zum weniger dynamischen Spielertypen.

Diallo füllt diese Rolle allerdings auf seine eigene Art aus. Er bleibt im Spielaufbau sehr präsent, positioniert sich tief. Das ermöglicht Mainz, den Spielaufbau über seine linke Seite zu betreiben. Ein häufig gesehener Spielzug bei Mainz zuletzt: Diallo eröffnet das Spiel von der linken Außenlinie mit einem diagonalen Pass auf Pablo de Blasis, der Dribbler legt den Ball ab oder startet direkt Richtung Tor. Das Zusammenspiel der Beiden funktioniert momentan blind und ist ein Garant dafür, dass Mainz' Spiel wieder mehr Zug zum Tor gewonnen hat – nicht nur bei Kontern, sondern auch aus dem Spielaufbau.

4. Ein Debütant glänzt

Zwei Startelf-Einsätze in der Bundesliga, zwei Tore – und das nicht etwa als Stürmer, sondern als Mittelfeldspieler. Die Bilanz von Debütant Ridle Baku kann sich sehen lassen. Tatsächlich helfen seine unermüdlichen Sprints nach vorne den Mainzern, wieder mehr Tiefe in ihr Spiel zu bekommen.

Seine Unbekümmertheit und sein Vorwärtsdrang geben dem Mainzer Mittelfeld eine neue Facette, das zuletzt häufig in zu langen Ballstaffetten verharrte. Gleichzeitig erlaubt sein Vorwärtsdrang dem spielstärkeren Jean-Philippe Gbamin, sich stärker in den eigenen Spielaufbau einzuschalten.

5. Mainz hatte die richtigen Gegner zur richtigen Zeit

Auf dem Papier las sich das Mainzer Schlussprogramm brutal: Zunächst zu Hause gegen Leipzig, dann auswärts im Dortmunder Westfalenstadion. Beide Aufgaben meisterte Mainz mit Bravour. Das ist kein Zufall: Sowohl gegen Leipzig als auch gegen Dortmund konnten sie ihre neu gewonnene Stabilität und ihre Konterstärke einbringen.

Die Favoriten waren gezwungen, das Spiel zu gestalten – eine Aufgabe, an der zurzeit so gut wie alle Bundesligisten scheitern. So auch Leipzig und Dortmund. Beide Teams bissen sich nach dem frühen Rückstand ihre Zähne aus an der kompakten 4-5-1-Ordnung der Mainzer. Für die Mainzer waren sie die richtigen Gegner zur richtigen Zeit.

Auch wenn Schwarz von dieser glücklichen Fügung des Spielplans profitierte: Es war keineswegs Zufall, dass die Mainzer am Ende bereits einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt erreichten. Er hat die Mannschaft in den vergangenen Wochen behutsam verbessert. Es hat sich gelohnt, dass Mainz auch in schwierigen Zeiten am Trainer festhielt.