Warum der deutsche Fußball kein Mittelmaß ist

Voll normal

Nach dem Ausscheiden der Bayern ist das Entsetzen groß: Ist der deutsche Fußball dem Untergang geweiht? Zum Glück ist alles halb so wild.

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Zum Glück haben wir ja noch die Eintracht. Ansonsten wäre es ja zappenduster!



Keine deutsche Mannschaft mehr im Viertelfinale der Champions League. Das gab es zuletzt 2006, im Jahr des Sommermärchens. Was also bedeutet, dass es damals nicht so schlimm war. Weil das Sommermärchen hat bekanntlich alle glücklich gemacht. Außer vielleicht Oli Kahn. 

Und für viele liegt der Fall jetzt also klar: Der deutsche Fußball ist nur noch Mittelmaß! Was natürlich Quatsch ist. 

55 Verbände führt etwa die Uefa in ihrer 5-Jahreswertung. Wäre der deutsche Fußball nur noch Mittelmaß, stünde er demnach auf Platz 27,5. Zwischen Israel und Bulgarien. Und hinter Aserbaidschan (27.), Zypern (18.) und, oh weh, Österreich (12.). 

Bei allem Respekt vor Neftci Baku (Rekordmeister Aserbaidschan), Apoel Nikosia (Zypern) und Austria oder Rapid Wien (Österreich und Glaubensfrage, aber das ist ein anderes Thema) - gegen diese Mannschaften hätte wohl selbst das aktuelle Schalke 04 ganz ordentliche Chancen. Na gut: Dortmund.

Gute Gründe

Dass die vier Vertreter der Bundesliga in dieser Saison spätestens im Achtelfinale die Segel streichen mussten, lässt sich im Einzelfall übrigens ganz gut begründen. Ohne gleich mit allgemeinen, defätistischen Ableitungen um die Ecke kommen zu müssen.

Für Hoffenheim etwa gilt der »Newbie«-Bonus. Die TSG von 1899 ist demnach auch beileibe nicht der erste Klub, der in den Königsklassen-Anzug erstmal reinwachsen muss. Zudem erwischte die Mannschaft von Julian Nagelsmann mit Manchester City, Lyon und Donezk auch eine alles andere als einfache Gruppe.

Dortmund schied gegen ein finanziell besser gestelltes, in dieser Zusammenstellung schon seit Jahren miteinander wirkendes Tottenham aus. (Dazu mehr hier >>>) Und unglücklicherweise zu einem Zeitpunkt, an dem der Zauber und die Leichtigkeit der Hinrunde mal eben verflogen und viele der jungen Leistungsträger des BVB verletzt oder im Formtief waren. So weit, so normal.