Warum der BVB gewann

Die Achillesferse der Bayern

Statt Spitzenspiel gab es im Duell Borussia Dortmund gegen Bayern München viel Defensive und Stückwerk. Fünf Gründe, warum der BVB die Bayern schlug.

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Rasendes Tempo, schnelle Spielzüge, Torszenen um Torszenen: Das alles gab es im Spitzenspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund nicht zu bestaunen. Das Duell des Bundesliga-Spitzenduos der vergangenen sechs Jahre verlief eher handzahm im Vergleich zu den legendären Duellen, die sich beide Teams in den vergangenen Jahren lieferten.

Gesprächsstoff für Gazetten und sonntägliche TV-Stammtische lieferte in erster Linie das Ergebnis. Der Dortmunder 1:0-Sieg sorgte dafür, dass die Bayern vom Bundesliga-Thron fielen. Mehr Krise kann sich der Münchener Boulevard kaum wünschen. Wie gelang den zuletzt strauchelnden Dortmundern dieser Erfolg? Wir haben fünf Gründe:

1. Tuchel hat Nagelsmanns Taktik kopiert

Vor zwei Wochen ärgerte Hoffenheim die Bayern mit einer ausgeklügelten Taktik. Die Hoffenheimer verteidigten in einem 5-3-2-System gegen Bayerns 4-3-3. Die beiden Stürmer schlossen die Passwege von Bayerns Innenverteidigern ins Mittelfeld.Dahinter deckten die drei Mittelfeldspieler Bayerns Dreiermittelfeld aus dem Spiel. Die Bayern taten sich gegen diese Taktik enorm schwer, ins Mittelfeld zu gelangen.

Thomas Tuchel wählte zwei Wochen später dieselbe Formation wie Nagelsmann. Zu Beginn des Spiels liefen sie sehr früh an, formten ihr 5-3-2 zu einem 3-1-4-2 um. Später zogen sie sich weiter zurück, hielten aber den Druck auf Bayerns Mittelfeld hoch. Vor allem Xabi Alonso wurde sofort attackiert. Mario Götze verteidigte exzellent gegen Bayerns Spielmacher aus der Tiefe. Dass Nagelsmann und Tuchel beide dasselbe System wählten, beweist vor allem eins: Das 5-3-2 ist die Achillesverse der Bayern.

2. Tuchel passte seine Taktik zur rechten Zeit an

Hoffenheim baute vor zwei Wochen nach der Pause ziemlich stark ab. Die Dortmunder konnten jedoch auch in Halbzeit zwei die meisten Angriffe der Bayern verteidigen. Tuchel stellte zur rechten Zeit sein System um. Nach der Pause verteidigten die Dortmunder in einem tieferen 5-4-1.

Die Bayern konnten nun zwar das Spiel aus der eigenen Hälfte aufbauen, ohne sofort gestört zu werden. Dortmund konnte mit dem neuen System jedoch die Flügel besser verteidigen, der einzige Weg, über den die Bayern in der ersten Halbzeit zu Chancen kamen. Die Bayern bissen sich am 5-4-1 die Zähne aus, spielten oft nach hinten oder zur Seite – selten aber nach vorne, in Richtung des gegnerischen Strafraums.