Warum der 1. FC Köln das Spiel gegen Arsenal genießen sollte

Wenn et sin muss durch et Füer!

Heute empfängt der 1. FC Köln das englische Schwergewicht Arsenal London. Für den Effzeh wird es wohl für lange Zeit das letzte Heimspiel im Europapokal bleiben. Grund genug, es noch mal so richtig zu genießen.

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Die kölsche Sehnsucht nach europäischem Fußball hat sich in dieser Saison endlich erfüllt. Eigentlich hätte das Heimspiel gegen Arsenal London ein echtes Highlight-Spiel werden sollen. Die Chance auf ein Wunder gegen den übermächtigen Gegner. David gegen Goliath. Stattdessen hoffen in der Domstadt alle, dass der Effzeh heute glimpflich davonkommen wird. Tabellenschlusslicht, Schießbude der Liga und offensiv erschreckend ideenlos. Das ist die harte Realität. Selbst Trainer Peter Stöger, der Vater des Erfolgs, sitzt längst nicht mehr fest im Sattel. 

So wird die Partie gegen die »Gunners« ungewollt richtungsweisend – und zwar in vielerlei Hinsicht: Bleibt Stöger weiterhin im Amt? Wie geht es für den Effzeh bis zu Winterpause weiter? Abstiegssorgen kreisen über dem Geissbockheim. Dabei täte man in Köln gut daran, sich einfach am letzten Heimspiel des Europa-Abenteuers zu erfreuen.

Freude statt Frust

Von der fantastischen Form des 1. FC Köln aus der letzten Saison ist nichts mehr übrig geblieben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Abgang von Torjäger Anthony Modeste, unzureichende Einkaufspolitik, Verletzungspech und die Schiedsrichterentscheidungen. Der Effzeh ist mittlerweile auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Und braucht dringend eine Trendwende.

Manager Jörg Schmadtke nahm bereits seinen Hut, Claudio Pizarro wurde als Hoffnungsträger verpflichtet. Doch es half alles nichts. Bei den Anhängern geht langsam die Geduld zu Ende. Kein Wunder, denn ein Negativrekord folgt dem nächsten, der Abstieg ins Fußball-Unterhaus droht. Und trotzdem: Das Spiel gegen Arsenal ist ein letztes Überbleibsel aus der gefühlt schon ewig zurückliegenden Super-Saison. Der Lohn für all die harte Arbeit. 

Ein Traum geht zu Ende

Wenn die Spieler heute Abend ins ausverkaufte Stadion einlaufen, wird sich eine besondere Stimmung über Müngersdorf legen. Denn es wird ein Europapokal-Abend, wie er im Buche steht. Flutlichtspiel gegen Arsenal - mehr geht nicht. Für Spieler und Fans gleichermaßen ein wahrgewordener Traum. Im Hinspiel feierte der Effzeh nach 25 Jahren seine Rückkehr auf die europäische Bühne, heute Abend heißt es wohl Abschied nehmen. Ein letztes Hurra.

Schon am letzten Europa-League-Spieltag steckte das Team von Peter Stöger tief in der Krise. Das 5:2 gegen BATE Borisov wurde zum rauschenden Torfestival. Im Stadion herrschte Karnevalsstimmung. Trotz des emotionalen Erfolgs blieb die Trendwende in der Liga aus. Heute hat der Effzeh vielleicht ein letztes Mal die Möglichkeit, mit den eigenen Fans im Rücken, endlich den (Geiß-)Bock umzustoßen. Vor allem aber ist es die letzte Möglichkeit, den Verein für die geleistete Arbeit in der vergangen Saison gebührend zu feiern.