Warum Denis Zakaria für Gladbach so wichtig ist

»Spielen, spielen, spielen«

Auch nicht für Gladbach-Manager Eberl. Der lotst den jungen Schweizer nach zwei Jahren in Bern an den Niederrhein. Zakarias Reaktion auf das Interesse aus der Bundesliga? »Boah, wie geil!« Auch sein Vorvorgänger Xhaka hatte ihm den Wechsel empfohlen. Denn ein Wechsel zu einem Spitzenklub in der Premier League oder sonst wo, das wäre zu früh gekommen. Denn: »Ein junger Fußballer muss spielen, spielen, spielen«, sagte Zakaria noch im mai der Berner Zeitung.


Dass Eberl gleich alle zwölf Dahoud-Millionen in einen 20-jährigen mit zwei Jahren Erfahrung aus der Schweizer Super League investierte, zeugt davon, welches Potential sie ihm in Gladbach zutrauen. Denn Zakaria ist mehr als Passmaschine Dahoud. Und mehr als Kampfschwein Xhaka. Zakaria ist eine Kombination aus beiden. Das Beste aus zwei Welten.


Mit seiner Größe und Athletik, die er geschickt einzusetzen weiß, ist er eine echte Wand in der Defensivzentrale der Borussia. Oder wie es Max Eberl nach dem Transfer etwas zurückhaltend ausdrückte: »Wir brauchen Robustheit.« Über die ersten fünf Spieltagen, an denen Zakaria immer in der Startelf stand, war er mit fast 70% seiner Tacklings erfolgreich. 


Passsicherheit in Pogbas Sphären


Doch seine langen Beine können nicht nur grätschen, sondern auch rennen. Zakaria ist »ein klassischer Box-to-Box-Spieler«, wie sein Coach Dieter Hecking sagt. Bestes Beispiel: der zweite Spieltag, Gladbach gegen Augsburg. Im Vollsprint erobert er den Ball im Mittelkreis, zieht ein, zwei Meter nach vorne, sucht den Doppelpass mit Lars Stindl, läuft durch, bekommt ihn zurück und schließt ab. Sein Premierentor in der Bundesliga.


Zwei Spieltage später folgt der erste Assist beim 2:2 in Leipzig. Dabei hätte es eigentlich schon viel früher soweit sein müssen. Denn eine Passquote wie die von Zakaria kennt man sonst eigentlich nur von Spielern wie Zakarias Vorbild Paul Pogba. 95,1 Prozent seiner Zuspiele brachte der junge Schweizer an den Mann. 


Starke Zweikämpfe, kluge Läufe, genaue Pässe - gibt es eigentlich irgendwas, was Zakaria nicht kann? Nunja. Derby-Niederlagen. Weder mit YB gegen den FC Thun noch mit Gladbach am ersten Spieltag beim Rhein-Rivalen Köln hat er bislang verloren. 


Und so scheint es, als hätte Gladbach nicht nur die Dahoud-Lücke gestopft oder einen Xhaka-Nachfolger geholt, nein. Stattdessen haben sie einen Alleskönner eingekauft, der das Gladbacher Spiel auf Jahre prägen könnte. Bis er nach England wechselt – konsequenterweise. Aber dann haben sie in Gladbach wenigstens wieder einen guten Deal gemacht.

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