Warum den Eintracht-Fans das nächste Geisterspiel im Ausland droht

Party Soft

Beim Europa-League-Spiel in Charkiw stehen auch die Fans der Eintracht im Blickpunkt. Denn sie feiern in der Ukraine auf Bewährung. Können sie sich heute Abend zusammenreißen?

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Die Fans der Frankfurter Eintracht feiern in dieser Saison eine einzige, große Europapokalparty. Zu Tausenden reisten sie nach Zypern und Italien, zu Tausenden geht es nun in die Ukraine: Nach Charkiw, wo die Eintracht heute auf Shakhtar Donetsk trifft.

Im Blickpunkt stehen dabei nicht nur die 22 Akteure auf dem Rasen, sondern einmal mehr die Supporter der Adler. Mit kreativen Choreographien in den drei Heimspielen pushten die Fans ihr Team zu Höchstleitungen, auch die Partien in Nikosia und Rom verwandelten sie mit zahlenmäßiger und stimmgewaltiger Überlegenheit in zwei Heimspiele. Die sechs Siege in sechs Gruppenspielen sind auch ihr Verdienst. Nicht umsonst wählten 11FREUNDE-Redakteure und Leser die Frankfurter zu den »Fans des Jahres 2018«. Der Frankfurter Anhang zeigte vergangenes Jahr ganz Europa, wie viel Spaß internationaler Fußball machen kann.


Die UEFA schreckt vor Kollektivstrafen nicht zurück

Doch die Stimmung könnte sich bald trüben, denn nach den Vorkommnissen beim Spiel gegen Lazio Rom verhängte die UEFA eine harte Strafe gegen die Eintracht: Für das Eindringen in den Innenraum des Stadions, das Abfackeln und Werfen von Pyrotechnik sowie Sachbeschädigung durch die Fans muss der Verein 80.000 Euro zahlen. Außerdem verhängte die UEFA, die im Gegensatz zum DFB nicht vor Kollektivstrafen zurückschreckt, ein europäisches Auswärtsspiel ohne eigene Fans - zur Bewährung.

Das heißt im Klartext: Sollte sich die Anhängerschaft ein weiteres Mal danebenbenehmen, fände ein mögliches Achtelfinale in Lissabon oder Glasgow (oder an welchen Ort auch immer es die SGE verschlagen würde) ohne Unterstützung der Fans statt.

»Europa hat keinen Bock auf uns«

In Frankfurt fühlt man sich ungerecht behandelt: »Wir alle haben Bock auf Europa hier in Frankfurt, aber Europa hat keinen Bock auf uns«, beschreibt Ina Kobuschinski, 1. Vorsitzende des Fanclubverbands der Eintracht, die Gefühlslage. Zwar stellt sie klar: »Bengalos auf Menschen? Das geht gar nicht!«, aber gleichzeitig beklagt sie die unprofessionelle Organisation vor Ort in Rom und zeigt sich geschockt, dass die UEFA gegen die Lazio-Fans, die die für ihre Toleranz bekannten Frankfurter im Stadion mit Hitlergrüßen nachweislich provozierten, nicht einmal ermittelt.

Nun stehen die Auflagen der UEFA jedoch fest. Sind sich die rund 3000 Frankfurter, die das Team von Adi Hütter nach Charkiw begleiten, ihrer Verantwortung für ein mögliches Achtelfinalspiel bewusst? »Jeder hat das natürlich vor Augen, blöd sind wir ja nicht«, erklärt Kobuschinski. Die Frankfurter sollten auf jeden Fall gewarnt sein, schließlich fiel bereits die Auswärtsfahrt nach Marseille im ersten Gruppenspiel aus.