Warum dem AC Mailand die wahre Krise erst noch bevorsteht

Am Abgrund

Beim AC Mailand geht es nicht nur sportlich drunter und drüber. Denn, liebe Gegner von 50+1, seht mal, was mit dem Club gerade passiert: Die »Rossoneri« röcheln im Würgegriff eines US-Hedgefonds – und die UEFA ermittelt längst.

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Die Lage des AC Mailand ist ziemlich beklemmend. Denn der einst so stolze Klub und sein chinesischer Investor Jonghong Li stehen vor gigantischen Problemen: Milan steckt in der Schuldenfalle. Am 18. November, so berichtet die »New York Times«, hat die UEFA die Klubführung offiziell ersucht, einen detaillierten Businessplan für die kommenden Jahre vorzulegen. Der Kontinentalverband will prüfen, ob die Lombarden selbständig, also aus vereinseigenen Finanzmitteln, überleben können. Falls nicht, dürfen Defizite laut Financial-Fairplay-Statut nur innerhalb eines eng gesteckten Rahmens durch Investoren ausgeglichen werden. Bei Verstößen drohen Geldstrafen oder gar der Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben.

354-Millionen-Dollar-Kredit

Bereits vor rund drei Wochen war eine Delegation um Milan-CEO Marco Fassone nach Nyon gereist, um bei der UEFA kleinlaut um Milde zu bitten. Vier Stunden dauerte das Treffen, bei dem die Italiener einen 160-Seiten-Sanierungsplan inklusive eines langfristigen Umschuldungs-Konzepts auf den Tisch gelegt hatten. Doch im Anschluss an die Präsentation hatten die UEFA-Finanzexperten noch mehr Fragen als vorher.

Einerseits muss die Europäische Fußballunion nun wahrscheinliche Verstöße gegen das Financial Fairplay aufdecken. Andererseits sieht sich der Verband in der Pflicht, einen seiner bedeutendsten Klubs vor dem Ruin zu retten. Doch dazu könnte es zu spät sein, denn Milan scheint unwiederbringlich verloren im Mahlwerk zwischen seinem leicht größenwahnsinnigen Investor Li und einem auf Geldmachen ausgerichteten Hedgefonds namens Elliott Management, der Li einen Teil des Geldes für den Kauf des Klubs (im April) vorgeschossen hat. Die entstandene Schuldenlast trägt natürlich – der AC Mailand. Der Klub muss nun einen 354-Millionen-Dollar-Kredit mit horrenden Zinsen an die New Yorker zurückzahlen.

Ist der Investor ein Hochstapler?

Als die »New York Times« auch noch enthüllte, dass die Phosphatminen, die als Kernstück von Jonghong Lis Vermögen gelten, womöglich gar nicht Li gehören, schrillten bei der UEFA endgültig die Alarmglocken. Ist der Mann, der im Sommer fast eine Viertelmilliarde Euro in ein knappes Dutzend Spieler investiert hat (u.a. Hakan Calhanoglu aus Leverkusen), ein Hochstapler? Und, was die UEFA noch mehr interessieren dürfte: Welche Auswirkungen hätte das auf den Verein?

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