Warum das Prinzip »U23« ein Auslaufmodell ist

Sie werden so schnell erwachsen

Heute vor vier Jahren wurde die U23-Pflicht aufgehoben. Seitdem haben mehrere Vereine ihre Zweitmannschaften abgemeldet. Warum? Und was wurde aus den anderen?

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Es waren dann doch nur drei. Kurz nach Aufhebung der U23-Pflicht befürchtete man eine wahre Abmeldungsflut. Doch von den achtzehn heutigen Bundesligisten haben lediglich drei keine Vertretung mehr.

Einer von ihnen ist Bayer Leverkusen. Die Werkself kämpfte damals an vorderster Front für die Aufhebung, vorrangig mit dem Argument, dass die vierte Liga nicht sonderlich gut auf Bundesligaeinsätze vorbereitet.

Tatsächlich spielen momentan 13 der 15 verbliebenen Mannschaften in ihren jeweiligen Regionalligen, Schalke II sogar in der Oberliga. Dass die Niveauunterschiede zu groß sind, zeigt auch die Tatsache, dass aus den vorhandenen U23-Teams kaum noch Kicker für den Profikader nachkommen. 

»Bei Neun von Zehn können wir sagen ob es reicht«

Schließlich werden die Spieler immer jünger. In Zeiten, in denen jedes Jahr etliche 17- und 18-Jährige die Bundesliga stürmen, mutet es fast grotesk an, dass sich Spieler bis sie 23 sind in den unteren Ligen entwickeln sollen. Oder, um es mit Armin Kraaz, dem sportlichen Leiter der Frankfurter U19 zu sagen: »Bei neun von zehn Spielern können wir nach der U19 zuverlässig vorhersagen, ob es für den Profifußball reicht oder nicht.«

Die Eintracht zog bereits vor der Auflösung der zweiten Mannschaft regelmäßig Jugendspieler in die erste Mannschaft. Marc Stendera, Marc-Oliver Kempf und Gian-Luca Waldschmidt wechselten sogar von der U17 in den Profibereich. Folgerichtig wurden die bei der U23 gesparten Kosten, wie die Stadionmiete, umgehend in den Nachwuchsbereich investiert.