Warum das Gemecker aufhören muss

Lasst uns aufhören, alles zu beklagen

Die Leistung der Ingolstädter in Dortmund, um bei diesem einem speziellen Fall zu bleiben, hätte Lobeshymnen verdient gehabt. Und keine Klagelieder über den Zustand des deutschen Liga-Alltags. 

Genauso leidlich ist die ewige Schattendiskussion darüber, ob der enge Tabellenstand der Liga nun ein Qualitätsmerkmal oder aber ihr komplettes Gegenteil ist. Warum freuen wir uns nicht einfach darüber, dass von der Titelfrage abgesehen noch so viele Fragen offen sind, drei Spieltage vor Schluss?

Wollen wir für immer Fußball-Mecker-Deutsche sein?

Warum feiern wir nicht die wundersame Auferstehung der Bremer? Warum erzählen wir uns nicht begeistert von den ungeahnten Schwierigkeiten, die Wolfsburg, Leverkusen oder Schalke ereilt hat?

Aber nein, das ist auch wieder nicht Recht; und Zeichen für die Schwäche der vermeintlichen Bayern-Herausforderer. Was wollen wir eigentlich? Das alles vorhersehbar ist, außer der Münchner Meisterschaft, damit wir uns dann darüber aufregen können? Wollen wir das wirklich für immer sein: Fußball-Mecker-Deutsche?

Vielleicht aber ödet der Fußball viele auch einfach nur deshalb zunehmend an, weil er inzwischen rund um die Uhr gespielt, gezeigt, verhandelt wird. Nur, wer zwingt die Angeödeten, an diesem Ratten-Rennen teilzunehmen? 

Lasst uns feiern, nicht jammern

Natürlich gibt es einiges, dass es zu kritisieren gilt: Die Verbände, die Aufblähung der Wettbewerbe und ihre dem Geld verdienen geschuldete Monotonie auf der »großen« Bühne. Retortenklubs. Einzig: Aus diesem Hamsterrad kommt nur heraus, wer nicht einfach immer weiter mit rennt, sondern ausschert.

Lasst uns also aufhören, alles zu beklagen. Lasst uns feiern, was wir feiern wollen, und nicht darüber jammern, dass es vermeintlich nichts mehr zu feiern gibt. Wir müssen nur die Augen und Herzen öffnen. 

Und irgendwann, versprochen, wird der neue Meister nicht aus München kommen. Es wird die Ausnahme bleiben. Aber das ist ok.