Warum Darmstadt ein Sieger der Saison ist

Was möglich ist, wenn kein Geld, sondern eine Idee bestimmt

Anfangs noch auf der Suche nach einem gemeinsamen Nenner, hat sich die dem Untergang geweihte Schicksalsgemeinschaft ansehnlich entwickelt. Das machte nicht erst der Sieg gegen Borussia Dortmund deutlich. Auch die Spiele gegen Augsburg und Bremen ließen aufhorchen, so man denn gewillt war, hinzuhören. In beiden Spielen überzeugten die Lilien nicht nur in ihrer ureigenen Domäne, dem Kampf, sondern auch spielerisch. 

Dann kam das heutige Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Ein Spiel unter besonderen Vorzeichen. Nicht dazu angetan, das quasi besiegelte Schicksal des Abstiegs abzuwenden. Aber immerhin dazu, in Erinnerung zu rufen, wie besonders, wie einzigartig dieser Klub seine Rolle als chancenloser Außenseiter anzunehmen in der Lage ist.

Ein großes Kompliment, und ein fettes Dankeschön

Nachdem der Klub sein Stadion für diese Saison schon nach dem einem Krebsleiden erlegenen Fan Johnny Heimes benannte >>>, lief er heute, am ersten Todestag dieses besonderen, den Verein einenden Fans, mit dessen von seiner Krankheit gezeichneten Lebensmotto auf: »Du musst kämpfen!«

Und die Darmstädter Spieler kämpften. Und siegten. Selbst die zwischenzeitliche Unterzahl irritierte sie nicht auf ihrem Weg, nochmals zu zeigen, was möglich ist, wenn nicht das Geld, sondern eine Idee, und sei sie noch simpel, im Mittelpunkt steht.

Dafür gebührt dem Klub, der Mannschaft und ihren Fans, die auch im Misserfolg hinter ihrem Verein vereint waren, nicht nur bloß ein großes Kompliment, sondern ein fettes Dankeschön.

Sie hatten keine Chance, und haben sie genutzt

Weil sie, wenn auch nur für den Moment, beweisen, dass nicht immer nur die zur Verfügung stehenden Mittel über den Erfolg bestimmen. Und vor allem, weil sie beweisen, dass allein der Begriff des Erfolgs ein relativer ist.

Der SV Darmstadt dieser Saison hatte keine Chance. Und er hat sie genutzt. Mal wieder. Auch wenn er wohl absteigen wird.