Warum Danny Latza so wichtig für den FSV Mainz ist

Seine Bewegungen in Bochum erinnerten an Spielmacher der ganz alten Schule, die immer dort waren, wo auch der Ball war. In der Defensivbewegung agierte er sehr weiträumig und zugleich mit viel Körperhärte. Andersherum gewann er viele Duelle im Klein-Klein und schuf durch intelligente Pässe viele freie Räume für seine Mitspieler. Ein 4D-Blick für seine Kollegen eben.

Und auch in Bochum fiel er durch viele geschickte Fouls auf. »Man muss auch mal einen weghauen«, sagte er in dieser Woche lapidar im Kicker-Interview. Beim VfL hatte er den Ersatz für Leon Goretzka gemimt, der ausgerechnet zu Schalke 04 gewechselt war. In Mainz wurde er für Johannes Geis geholt, der in Gelsenkirchen anheuerte. Die Opelgang war Latza längst ausgetrieben worden.

Ungefährdet und unauffällig

Aber warum gerät der Mainzer erst in den letzten Wochen in den Fokus? Nun, im vergangenen Jahr zwangen ihn die Leisten saisonübergreifend zu einer siebenmonatigen Verletzungspause. In den eineinhalb Jahren zuvor hatte Latza einen ungefährdeten, aber auch unauffälligen Stammplatz inne. Im zentralen Mittelfeld neben Ex-Kapitän Julian Baumgartlinger war das Mainzer Spiel auf defensiver Stabilität ausgerichtet. Gegner wurden in Manndeckung genommen, ausschweifende Ausflüge in die Offensive nur ungern gesehen. Der Ball sollte schnell durch schnelle, kreative Pässe in die Spitze gespielt werden.

Verkappte Innenverteidiger

Das hat sich in dieser Saison nur unwesentlich verändert. Es ist kein Zufall, dass sowohl Latza, als auch Jean-Philippe Gbamin und André Ramalho verkappte Innenverteidiger sind, diese Position noch spielen oder in der Jugend jahrelang ausgeübt haben.

Diese Stabilität gepaart mit einem übersichtlich Passspiel ist für Trainer Martin Schmidt noch wichtiger geworden, seitdem Yunus Malli nicht mehr zum Kader gehört und das Offensivspiel mit Levin Öztunali, Bojan Krikic, Jairo Samperio und Jhon Cordoba noch mehr auf Konter und schnell vorgetragene Angriffe ausgelegt ist. Small-Ball, wie es die US-Amerikaner nennen würden.

Small Ball in Mainz

Dazu benötigt es auf dem Basketball-Court kleine, dynamische Spieler mit großem Ballgefühl, die sich einen Geschwindigkeitsvorteil erspielen und in der Rückwärtsbewegung trotzdem rücksichtslos Zweikämpfe gewinnen. Kurz: Hinten Business, vorne Party. Wer wäre dazu besser geeignet als Danny Latza?