Warum Daniel Didavi so wichtig für den VfB Stuttgart war

Löst der Wechsel eine Kettenreaktion aus?

Denn die Schwaben verlieren im Sommer ihren taktgebenden Spieler. Im zentralen Mittelfeld ist er neben Kapitän Christian Gentner, der wie Didavi aus dem Vorort Nürtingen stammt und ebenfalls von Kindesbeinen an vom VfB ausgebildet wurde, für nahezu alle Offensivbemühungen verantwortlich.

Er darf sich im relativ starren und durchdachten Spielsystem von Trainer Jürgen Kramny fast frei bewegen und interpretiert diese Rolle konstant sinnvoller als sein Mitspieler Alexandru Maxim, der deshalb meist auf der Bank Platz nehmen muss. Mit zehn Toren und 59 Torschüssen (die sechstmeisten der Liga) führt er die interne Torjägerliste mit Abstand an. Er hat mit seinem Antritt, seiner Kreativität und seiner Technik eine unverhoffte Spielkultur zurückgebracht.

Endlich mal verletzungsfrei

Unvergessen bleiben aber wohl eher seine starken Auftritte im Abstiegskampf 2014 und 2015. Im ersten Jahr schoss er beim 1:1 gegen Borussia Gladbach sein erstes Bundesligator. Im zweiten Jahr spielte er nach erneut langer Verletzungspause ein überragendes Saisonende, bei dem der Klassenerhalt im Alles-oder-nichts-Spiel in Paderborn wieder einmal perfekt gemacht worden war. Die laufende Saison ist zugleich das erste Spieljahr, dass das Talent verletzungsfrei überstehen dürfte.

Es ist daher nachzuvollziehen, dass sich viele Fans des VfB Stuttgart eine andere Entscheidung ihres Leistungsträgers gewünscht hätten. Nach Jahren der Unterstützung und des Wartens auf seine Comebacks fällt der Abschied schwer. Sein Wechsel wird weitere Spieler zum Nachdenken bringen und als erster Dominostein womöglich eine Kettenreaktion auslösen.

Was passiert mit Kostic?

Zum Beispiel Filip Kostic. Der Serbe ist schon seit langer Zeit umworben und hat sich nach neuesten Berichten in seinen neuen Vertrag eine 20-Millionen-Ausstiegsklausel zusichern lassen. Für den angedachten Wechsel nach England bräuchte es zwar weiterhin eine Sondergenehmigung, da Kostic bis zur neuen Saison nicht die notwendigen Länderspieleinsätze aufweisen wird, um eine reguläre Arbeitserlaubnis zu erhalten. Die Stuttgarter werden trotzdem einiges aufbieten müssen, um das Juwel zu halten. Sportliche Argumente kann der VfB zurzeit nur wenige aufbringen – mit Mitspieler Didavi geht ein weiteres verloren.