Warum Ciro Immobile einer der besten Angreifer Europas ist

Der Wechsel in die ewige Stadt ist ein Segen für Immobile

Immobiles Zeit in Spanien gab Mislintat zunächst recht. Auch in Andalusien konnte Immobile seine Form nicht wiederfinden. Ausgezogen, um über Dortmund Europa zu erobern, kehrte er nach einer Halbserie in Spanien wie ein geprügelter Hund zu seinem alten Arbeitgeber FC Turin zurück. Dort traf er fünf Mal in 14 Spielen. Oft genug, um Lazio Rom von einem Transfer zu überzeugen.

Der Wechsel in die ewige Stadt scheint ein Segen für Immobile zu sein. Die Stimmen, die bereits dabei waren, ihn mit dem Prädikat »Eintagsfliege« zu versehen, sind längst verstummt. Dennoch fliegt der 28-Jährige in der internationalen Wahrnehmung oftmals unter dem Radar.

Unbändige Lust aufs Toreschießen

Immobile ist nicht der größte, nicht der schnellste und mit Sicherheit nicht der filigranste Stürmer, den die Welt je gesehen hat. Mit Ball wirken viele seiner Bewegungen immer noch etwas hölzern und das wird sich in diesem Fußballerleben auch nicht mehr ändern.

Seine Treffer sind selten spektakulär, aber sie sind Ausdruck einer unbändigen Lust aufs Toreschießen. Zwischen Zuspiel und Abschluss braucht Immobile selten mehr als zwei Ballkontakte. Acht Mal hat er in dieser Saison vom Punkt getroffenen. Nie geschlenzt, immer wuchtig.

Der Krieger, den Klopp sich gewünscht hat

Die restlichen Tore zeichnen das Bild eines schnörkellosen Instinktstürmers. Immobiles Positionsspiel im Strafraum ist fantastisch, seine gut getimten Läufe in die Tiefe immer auf der Schwelle zum Abseits und damit brandgefährlich. Sein Jubel keine Detlef-D!-Soost-Choreographie, sondern stets der spontane Ausbruch fast schon kindlicher Freude.

Freude darüber, endlich angekommen zu sein. »Solange ich glücklich bin und solange Lazio mich haben will, werde ich hierbleiben«, verspricht Immobile vollmundig. Seinen Vertrag hat er bis 2022 verlängert. Schwer vorstellbar, dass  der Angreifer seine römische Wohlfühloase noch einmal für ein internationales Abenteuer verlässt.

Warum sollte er auch? Immobile ist ein sensibler Spieler, der sich in seinem Klub geliebt und geborgen fühlen muss, um auf dem Platz liefern zu können. Wer ihm das bietet, erhält den aufopferungsvoll kämpfenden Krieger, den sich Jürgen Klopp damals von seiner Verpflichtung versprochen hat. Dafür kann man schon mal gemeinsam Essen gehen.