Warum China so viel in teure Stars investiert


Und warum das Ganze?

Das Geld für die Millionentransfers stammt also durch die Bank aus den Portokassen milliardenschwerer Unternehmen. Nur, was erhoffen sich die auch in China auf Gewinn ausgerichteten Firmen davon? 

Die Antwort ist so einfach wie global gültig: Mehrwert.

Die Liga boomt und ist fast konkurrenzlos. In China gibt es keinen Mannschaftssport, der dem aufstrebenden Fußball in die Quere kommen könnte, so wie etwa Cricket in Indien.

Auf Augenhöhe mit La Liga

Zudem kommen sich die heimische Liga und die Top-Ligen Europas allein schon zeitlich nicht in die Quere. Wenn bei uns Fußball gespielt wird, sind in China die Nachtlichter an.

 Auch wenn die englische Premier League bei den Chinesen noch als das Nonplusultra angesehen wird, boomt so auch die eigene Liga.

Durchschnittlich 22.000 Zuschauer kommen Woche für Woche zu den Spielen der 16 Erstligisten. Damit ist die Liga auf Augenhöhe mit der ersten Liga in Spanien. 

Eine Entwicklung, die sich auch in den Fernsehverträgen niederschlägt. Kassierte die gesamte Liga noch 2015 gerade einmal 8,4 Millionen Euro an TV-Geldern, waren es 2016 bereits 186 Millionen Euro. Tendenz steigend.

Wenn aus dem Wachstumsmarkt eine Cash-Cow wird



Für die Unternehmen, die so eifrig in internationale Top-Spieler investieren, bedeutet das gesteigerte Aufmerksamkeit und Investition in einen absoluten Wachstumsmarkt. Allein der Werbewert und die Aufmerksamkeit, die ein Transfer wie der von Carlos Tevez mit sich bringen, rechtfertigen das Engagement. Sich eine gute Ausgangsposition zu sichern für den Moment, da aus dem Wachstumsmarkt eine Cash-Cow wird, tut ihr übriges.

Und ein wenig hat all der Wahnsinn am Ende dann doch mit der großen Politik, mit Staatspräsident  Xi Jinping zu tun. Wer sich mit der Führung in Peking gut stellen und dessen Vorliebe für die Entwicklung des Fußballs unterstützen will, aber schlicht keine Ahnung von oder Geduld für nachhaltige Konzepte hat, äußert seine Zuneigung eben über plumpe Investitionen. Und hofft so im Gegenzug auf politische Gefallen.



Immer frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Fragt sich nur, wie lange noch.