Warum Bobby Wood so wichtig für den Hamburger SV ist

Zäh wie Hickory

Zwei Tore in den ersten zwei Spielen. Damit auf einer Ebene mit Boubacar Sanogo. Neuzugang Bobby Wood könnte für den HSV entscheidend sein.

Imago

Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr samstags ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz und konferenz.11freunde.de.

Zugegeben, etwas Hilfe nahm Bobby Wood auf seinem Weg zum Tor in Anspruch. Gerade hatte ihn Michael Gregoritsch in den freien Raum gespielt, der neue Angreifer des Hamburger SV war auf und davon. Schnell war Wood schon immer. Es war der Grund, weshalb ihm der Jugendtrainer beim kalifornischen Klub Irvine Strikers die Torwarthandschuhe frühzeitig wegnahm. Handschuhe, die der auf ihn zueilende Bernd Leno nicht mehr verwendete als er spontan an ihm vorbeisprang. Leeres Tor – 1:0.

Glänzende Zukunftsaussichten an der Elbe?

Und auch wenn es für einen Sieg in Leverkusen nicht reichte. Weil Joel Pohjanpalo noch etwas besser war. Weil der Hamburger SV in der Defensive zeitweise desolat auftrat. Weil Wood kein weiteres Tor schoss: Zumindest stellte er einen jahrelangen Rekord ein. Zwei Tore in den ersten zwei Spielen eines HSV-Neuzugangs. Das gelang zuletzt Boubacar Sanogo. Glückwunsch.

Doch anders als im Falle Sanogos sind sich die lokalen Sportjournalisten einig, dass Bobby Wood eine glänzendere Zukunft an der Elbe bevorstehen könnte. Der 23-Jährige ist zur Überraschung vieler Anhänger ein guter Fußballer. Eine Geschichte, die sich nicht zum ersten Mal im Leben des US-Amerikaners abspielt.

Über Ecken und Wege nach München

Übrigens: Hickoryholz findet sich vor allem in Ostasien und Nordamerika wieder.

Sicher, zum Fußball wollte der Sohn einer Japanerin und eines Amerikaners erst gar nicht. Die Freundin seiner Mutter brachte aber ihren Sohn dort immer hin und so wurde er einfach mitgeschickt. Erst als Torhüter. Dann als Angreifer – wegen seiner Schnelligkeit. Wood war so schnell, dass ihn sein Trainer über Ecken und Umwege zu 1860 München ins Probetraining vermittelte. Mit 14 Jahren. »Es war 2006, die WM war gerade gespielt – natürlich hatten wir Lust, nach Deutschland zu fliegen. Und nach zehn Tagen sagten sie uns, wir könnten bleiben«, erinnerte sich Wood.