Warum Bayern (vielleicht) doch strauchelt

Pauli-Shirts, Scampi-Affäre und »Playboy«-Effe

Auf St. Pauli wurden alsbald die »Weltpokalsiegerbesieger«-Shirts knapp, die Scampi-Affäre hielt Gourmet Hoeneß in Atem, und Effenberg gab im »Playboy« ein Arbeitslosen-Interview (»Denen müsste man die Stütze streichen«), das Schnappatmung erregte. Der FC Bayern hechelte auf Platz drei über die Linie. Zwei Zähler fehlten auf den Titelträger, der Borussia Dortmund hieß. Ein Sieg am Hamburger Millerntor hätte somit schon 2002 das Quattro-Modell gebracht, rein theoretisch.
 
Knackpunkt Bremen: Wiederholt sich Geschichte?
 
Heute, zig fußballerische Umstürze später, prophezeit Stefan Effenberg seinem Ex-Klub blühende Landschaften. Es sehe sehr gut aus, sagt er, »dass es eine megaerfolgreiche Saison wird«. Das sah es beim letzten Anlauf auf die vierte Meisterschaft auch, jedoch emanzipierten sich die Untertanen vom Souverän. Es war das Ende der Ära Effe. Ähnliche Konflikte sind in der hierarchisch geglätteten Moderne nicht zu erwarten. »Unsere Mentalität ist einmalig«, bestätigt Thomas Müller, ein Knabe, der ständig spielt. Play boy.
 
Allerdings werden die Preise neun Jahre, nachdem Hoeneß den Weihnachtsmann nicht im Kostüm des Osterhasen ortete, in bewährter Lesart im Mai verteilt. Und nicht im Oktober. Als Effenberg 2001 comebackte, verlor Bayern mit 0:1 in Bremen durch ein Tor von Viktor Skripnik. Am nächsten Bundesligaspieltag – Programmplaner oder Fußballgötter wollen es so – tritt die Generation Guardiola bei ihrem Unterfangen, den alleinigen Startrekord zu sichern, in Bremen an. Bei der Elf von Viktor Skripnik. Und drängt nicht Topstar Arjen Robben zurück ins Team?
 
Die Stadion-Sache ging 2001 dann übrigens gut aus, für Bayern und für München, nur für die klammen Löwen nicht. Der Branchenprimus hatte eine neue Heimat bitter nötig, damals kamen gegen Moskau, in der Blütephase des Sturm und Drangs, lächerliche 25.000 Zuschauer. Heute könnte Bayern das Stadion gegen einen Viertligisten im Pokal wohl zweimal füllen. Tendenz: nicht fallend.

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