Warum Asamoah Gyan aus der Nationalmannschaft zurücktritt

Oh Captain, my Captain!

Asamoah Gyan trat diese Woche aus der ghanaischen Nationalamannschaft zurück, nur weil er nicht mehr Kapitän sein darf. Warum die Art und Weise zwar peinlich ist, aber zu Gyan passt, lest ihr hier. 

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Asamoah Gyan ist 33 und spielt in der »Süper Lig« bei Kayserispor. Zuvor stand er unter anderem bei Stade Rennes, dem FC Sunderland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Vertrag. Seine größten Erfolge feierte er aber mit den »Black Stars«, der Nationalmannschaft von Ghana. Doch damit ist jetzt Schluss.

Mit den Worten »God doesn’t make mistakes« endete der letzte Tweet Asamoah Gyans, bevor er tagsdrauf auf selbigen Kanal seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündete. Das Video dazu zeigt ein Tor Gyans, bei dem er nach einer Ecke vom eigenen Mitspieler abgeschossen wird, von seiner Hüfte trudelt der Ball ins Tor. Gyan feiert sich selbst ordentlich ab dafür und um den ganzen Tweet abzurunden, beschmiert er ihn noch mit einer Menge Pathos und dem eingangs erwähnten Gottesgelöbnis. 

Rücktritt wegen beleidigt

Viel Pathos steckt auch in Gyans Rücktritt-Statement. Es liest sich wie das eines trotzigen Kindes, das auf dem Bolzplatz erst als Zweiter in seine Mannschaft gewählt wird und das aus Wut darüber einfach gar nicht mehr mitspielt. Gyan beginnt mit einem Zitat seiner Mutter, über das er aber sogleich zu sagen weiß: »Ich verstehe das aber immer noch nicht.« Anschließend berichtet er, wie stolz er sei, so lange für die Nationalmannschaft gespielt zu haben. Trotzdem sei es für ihn nicht länger möglich ein Teil der »Black Stars« zu sein, wenn er nicht Kapitän des Teams bleibe. 

Die Nationalmannschaftskarriere Gyans ist tatsächlich eine sehr beachtliche, das ist unbestreitbar. Rekordspieler mit 106 Einsätzen, Rekordtorschütze mit 51 Toren, mit 17 Jahren jüngster Torschütze und so weiter. In Erinnerung bleibt er, außerhalb Ghanas, vor allemdadurch, dass er hilft Luis Suarez' »Sauhund«-Status bei der WM in Südafrika in neue Höhen zu katapultieren. Im Viertelfinale gegen Uruguay pariert der einen Ball mit der Hand auf der Linie, fliegt vom Platz und hievt seine Mannschaft so ins Halbfinale, weil Asamoah Gyan den fälligen Elfmeter verballert.