Warum André Villas-Boas mit dem Fußball pausiert

Have a break, drive a Pick-Up

André Villas-Boas verlässt den Trainerposten des Shanghai SIPGs und gönnt sich eine Pause vom Fußballgeschäft. An sich nichts Ungewöhnliches. Doch anstatt auszusteigen, steigt Villas-Boas ein: in einen Rallyewagen.

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Quereinsteiger sind nichts Ungewöhnliches. Ausgebildete Juristen schulen zum Fernsehmoderator um, Wirtschaftswissenschaftler mit jahrzehntelanger Berufserfahrung zieht es hinter das Lehrerpult und in das politisch bedeutendste Amt einer Weltnation schaffen es mittlerweile auch Hinz und Kunz.

Andres Villas Boas ist ebenfalls ein Quereinsteiger - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Mann, der einst mit Vereinen wie FC Porto und Zenit St. Petersburg Erfolge feierte, steigt im Januar in einen Pick-Up und nimmt an einem Autorennen teil: der Rallye Dakar.

Auszeit vom Fußball

Lange Jahre war Villas-Boas an den Seitenlinien europäischer Fußballplätze zu finden. Mit dem FC Porto gewann er in der Saison 2010/11 sowohl die portugiesische Meisterschaft als auch den Pokal. Im Anschluss an diese Erfolgssaison sicherte sich damals der FC Chelsea die Dienste des Portugiesen. Für 15 Millionen Euro. Jedoch gelang es Villas-Boas nicht in der Erfolgsspur zu bleiben. Es folgte die Entlassung nach nur acht Monaten. Nach einem anderthalb-jährigen Gastspiel beim Stadtrivalen Tottenham Hotspur zog es Villas-Boas für zwei weitere Jahre zu Zenit St. Petersburg.

Fernost als vorerst letzte Station

Zuletzt heuerte Villas-Boas in China an. Sein vorerst letztes Spiel als Cheftrainer SIPGs bzw. Fußballtrainer allgemein war ausgerechnet das Stadtderby gegen Shanghai Greenland Shenhua im chinesischen Pokalfinale. Das Duell ging verloren und Villas-Boas entschied sich für einen Tapetenwechsel.

Böse Zungen würden behaupten, dass Villas-Boas möglichen Konsequenzen mit seinem Ausflug in den Motorsport aus dem Weg ginge. Villas-Boas selbst nennt andere Gründe, warum er seine Arbeit im Fußballgeschäft vorerst auf Eis legt, um stattdessen vierrädrige Karosserien durch die einsamen Landschaften Südamerikas zu steuern.