Warum Abdou Diallo für Mainz so wichtig ist

Das Gesicht des Neuaufbaus

Sandro Schwarz flog extra nach Monaco, um Abdou Diallo nach Mainz zu lotsen. Mit Erfolg: Der Kapitän der französischen U21 überzeugt auf dem Platz und verkörpert den Mainzer Neubeginn nach einer enttäuschenden letzten Saison.

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Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr samstags ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz auf www.konferenz.11freunde.de.

Mitten in der Vorbereitung machten sich Sportvorstand Rouven Schröder und der neue Mainzer Trainer Sandro Schwarz gemeinsam auf den Weg nach Monaco. Genauer: zur Zentrale der örtlichen AS. Ihr Ziel: den monegassische Innenverteidiger Abdou Diallo an den Rhein lotsen.

Wenige Tage später auf Diallo angesprochen, blieb Schwarz noch vage. Ein »interessanter Spieler« sei der. Mehr wolle er dazu nicht sagen. Am nächsten Tag wurde die Sache dann deutlich konkreter: Diallo unterschrieb, Mainz zahlte fünf Millionen. Hinter Jhon Cordoba reiht der 21-jährige sich damit auf einem geteilten zweiten Platz der Rheinhessischen Rekordtransfers ein.

Angeblich stach der FSV europäische Konkurrenten wie Feyenoord Rotterdamm und die Fiorentina aus. Diallo sagte später, Schwarz sei der einzige Trainer gewesen, der persönlich nach Monaco kam, um sich mit ihm zu unterhalten. Das haben ihn überzeugt. Vom französischen Meister zum 15. der vergangenen Bundesligasaison? Was wie ein Rückschritt anmutet, ergibt doch eine Menge Sinn. Aber von vorn.

Jugendliche Odyssee bis zum Kapitän der U21

Abdou Diallo kommt am 4. Mai 1996 im zentral-französischen Tours zur Welt. Mit sechs Jahren macht er bei Saint-Herblain OC seine ersten fußballerischen Schritte. Ein Jahr später beginnt eine Odyssee durch verschiedene Jugendabteilungen. Über obskure Klubs wie FC Grand-Font und Angoulème Charente FC landet er 2011 schließlich in der renommierten Akademie der AS Monaco, wo auch Kylian Mbappé oder Thierry Henry ausgebildet wurden.

An der Côte d’Azur findet er endlich seine fußballerische Heimat. In den Jugendmannschaften kommt er regelmäßig zum Einsatz und überzeugt mit starken Leistungen in Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld. So beginnt zeitlich mit dem Wechsel nach Monaco auch seine Karriere in den U-Nationalmannschaften Frankreichs. Seit der U16 hat er sie alle durchlaufen, mittlerweile führt er die U21 als Kapitän aufs Feld.

Im Verein läuft es nach dem Profidebüt 2014 allerdings nicht mehr rund. In Monaco bekommt er wenig Einsatzzeit. 2015 verleiht ihn der Klub nach Belgien zum SV Zulte-Waregem. Und Diallo bekommt wieder eine Chance. Am Ende der einjährigen Leihe stehen 33 Einsätze zu Buche. Zurück in Monaco wird er 2016/17 zwar Meister mit der ersten Mannschaft, läuft aber nur fünf Mal in der Ligue 1 auf. Kleines Highlight: sein Champions League-Debüt. Gegen Leverkusen setzt es allerdings ein klares 0:3.