Warten auf die Wende

58 Minuten

Vier Niederlagen in Folge: Gegen Schalke kein Tor gemacht, gegen Pirmasens reichte eins nicht aus, gegen Chelsea fast auf Augenhöhe und gegen Stuttgart den Vorsprung verspielt. Werder Bremen hat vor allem ein Problem in der Abwehr und hofft auf die baldige Erlösung - gut, dass Per Mertesacker den ersten Test bestanden hat. Imago Zugegeben, es klingt nach Phrasendrescherei und liegt fern einer sachdienlichen Analyse. Aber Werder Bremen hat wirklich das Problem, immer ein Tor mehr schießen zu müssen als der Gegner. Was nützt ein exzellenter Sturm, wenn die Abwehr Gegentore in Serie fabriziert. Wo andere zweimal treffen und den Vorsprung über die Runden schaukeln, ist in Bremen stets Alarm ob der Fragen: Reichen uns zwei Tore? Und wie ist die Innenverteidigung heute drauf? Überliefert sind Fälle, in denen Werder ein noch deutlicheres Polster verspielte als am vergangenen Spieltag gegen Stuttgart. Fahrlässig ist die Mannschaft im Umgang mit sicher geglaubten Siegen.

Warten auf Erlösung

Und so warten alle, die sich Sorgen um die Stabilität der Bremer Hintermannschaft machen, schon seit Wochen auf Erlösung. Längst sind Reflexe gang und gäbe. Standardisierte Antworten treffen auf lästige Fragen rund um die Zuverlässigkeit der Defensivabteilung: Wenn Per Mertesacker erstmal fit ist, dann wird die Abwehr stehen und dann wird auch mal ein knappes 1:0 bis zum Schluss halten. Am nächsten Spieltag gegen den HSV könnte der Nationalspieler tatsächlich mit von der Partie sein. Endlich.

Warten auf die Kräfte

Beim gestrigen Testspiel gegen VSK Osterholz-Scharmbeck durfte Mertseacker schon 58 lang die Löcher stopfen, die zum Dauerärgernis an der Weser gereift sind. Es war sein erstes Spiel nach der WM. Und es war das erste Spiel für seinen neuen Arbeitsgeber. „Jetzt in einem anderen Trikot aufzulaufen, ist schon eigenartig, man muss sich erst daran gewöhnen“, sagte der 21-Jährige, und dämpfte zugleich die Hoffnung, er sei auf Anhieb der Alte: "Ich bin ganz zufrieden, auch wenn ich merke, dass ich noch einiges tun muss, um in den Vollbesitz der Kräfte zu gelangen, die man braucht, um auf hohem Niveau Fußball zu spielen." Immerhin aber: Am Ende gewann Werder mit 9:0 (8:0), blieb ohne Gegentreffer und verspielte keine Führung.

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Die Würde des Balles