Vorschau auf den 30. Spieltag

Der Bremer George Clooney

Geschlagene Dortmunder haben einen Angstgegner zu Gast, Lewy und Leroy nehmen den Bus und Hoffenheim spielt Champions League.

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Hannover - Gladbach

Es ist soweit. Nach dem langsamen Dahinsiechen in Richtung zweiter Liga könnte Borussia Mönchengladbach dem Patienten aus Niedersachsen am Freitagabend die ligaerhaltenden Maschinen abstellen. Wenn Werder am Samstag gegen Wolfsburg gewinnt (unten mehr) und Augsburg einen Punkt gegen den VfB Stuttgart holt, ist das Ding durch, der Drops gelutscht, das Licht aus und die Messe gelesen. Oft sind solche schnellen Abschiede für alle Beteiligten ja einfacher. Und: Es wäre der erste Abstieg in der Bundesligageschichte, der in Sondertrikots stattfindet. Statt dem klassischen Jersey wird 96 den 120. Vereinsgeburtstag mit einem Ehrentrikot bestreiten, das ganze vor ausverkauftem Haus. Eigentlich eine gute Gelegenheit, das Projekt Wiederaufstieg 2017 einzuleiten.

Leverkusen - Frankfurt

Was ist eigentlich mit Leverkusen los? Enttäuscht verließen viele Klatschreporter am vergangenen Wochenende das Kölner Stadion, ohne provokative Post-Derby-Aussage der beiden verbalen Rottweiler Rudi Völler und Roger Schmidt. Stattdessen spielte Bayer fantastischen Fußball und besiegte den Lokalrivalen klar mit 2:0. Derzeit haben die Leverkusener wieder nur einen Punkt Rückstand auf Hertha BSC und den sicheren Champions-League-Startplatz. Aus Sicht der Konkurrenz liegt nun die ganze Hoffnung auf der DFL und den Schiedsrichteransetzungen. Solange nicht Felix Zwayer nach Leverkusen zurückkehrt, scheint eine Unterbrechung der rheinischen Erfolgsserie der letzten Spiele unwahrscheinlich. Außer es gelänge Niko Kovacs Frankfurtern eine Überrasch… ach, lassen wir das.

Augsburg - Stuttgart

Turbulente Wochen in Augsburg! Eigentlich hatte man sich schon ins Fäustchen gelacht und gehofft, dass das Interesse an Trainer Weinzierl nach der durchaus ausbaufähigen Saison der Fuggerstädter eher absinken würde. Aber weit gefehlt. Weiterhin reißt sich die halbe Liga um den Coach. Manager Stefan Reuter ist nun offensichtlich bereit, seinen besten Mann ziehen zu lassen, damit endlich Ruhe einkehrt. Eine Lösung wäre ja auch eine Trennung vor Saisonende, so wie es jeder normaler Europaligist mit Abstiegssorgen machen würde. Nicht, dass Augsburg am Ende nicht nur ohne Trainer da steht, sondern auch wieder Busfahrten nach Sandhausen statt Flügen nach Liverpool organisieren muss.

Bremen - Wolfsburg

Letzte Ausfahrt Wolfsburg heißt es am Samstag für Viktor Skripnik. Der Werder-Trainer wurde von Manager Thomas Eichin geschützt und gleichzeitig angegriffen. Es könne sich »stündlich etwas verändern«, so die Aussage Anfang der Woche. Eigentlich eine Formulierung, die man aus »Emergency Room« kennt und die zum Einsatz kommt, wenn die schwangere Frau des Anfang der Episode verunglückten Bauarbeiters bei George Clooney nach dem postoperativen Zustand fragt. Noch ist unklar, ob der schwer erkrankte SV Werder Bremen den Kampf gegen den Abstieg überleben wird. Eine Möglichkeit zur Besserung wäre eine Punktespende der Wolfsburger, deren grandioser Plan, sich über den Champions-League-Sieg auch im nächsten Jahr für die Königsklasse zu qualifizieren, unter der Woche an Cristiano Ronaldo scheiterte.

Hoffenheim - Hertha

Ob man es glaubt oder nicht: Das Duell der TSG und der alten Dame ist das Topduell des 30. Spieltages. Wenn man sich die »Nagelsmann-Tabelle« anschaut, die den Punktestand seit dem Antritt des gefühlten Jung-Abiturienten angibt, stehen die Kraichgauer auf Rang drei, Hertha nur zwei Plätze dahinter. In der Bundesliga-Tabelle allerdings spielt die TSG nicht um die Champions League mit, sondern ist weiterhin in der kritischen Lage, den Rubikon des Klassenerhalts noch nicht überschritten zu haben. Gegen die derzeit kriselnde Hertha, der selbst Hannover (das in der Nagelsmann- und überhaupt in jeder Tabelle den letzten Platz einnimmt) ein 2:2 abringen konnte, sollen nun wichtige Zähler eingefahren werden, um den Platz des nervigen, fremdfinanzierten Vereins nicht schon in der nächsten Saison an Leipzig abgeben zu müssen.