Vor dem Saisonstart in Spanien

Eine Seltenheit im heutigen Fußball

Seinen Platz wird in der näheren Zukunft Julen Lopetegui einnehmen, der strategisch eher ungünstig seine Signatur kurz vor der Weltmeisterschaft unter den Vertrag setzte, was ihm dann auch die WM als spanischer Nationaltrainer kostete. Lopetegui, der bisher vor allem als erfolgreicher Jugendtrainer auffiel, wird nun Reals Weltauswahl anführen und all die Egos in der Kabine im Zaum halten müssen, eine Paradedisziplin von Vorgänger Zidane.

Härtefälle wird es immer wieder geben. Besonders schwierig dürfte die Entscheidung im Tor ausfallen. Real holte als einzigen namhaften Zugang des Sommers den Belgier Thibaut Courtois, der gerade als bester Torwart der WM ausgezeichnet worden war. Courtois' Ankunft bewegte den bisherigen Schlussmann Keylor Nevas dazu, die Bedingungen für seinen Amtsabtritt klar zu definieren.

Selten im heutigen Fußball

»Ich hab genauso viel Lust, Real Madrid zu verlassen, wie ich Lust habe, mich umzubringen«, sagte der Mann aus Costa Rica, der bei Real seit 2014 im Tor steht. Lopetegui kündigte bereits an, sich auf eine Nummer eins festgelegt zu haben, ohne das er verriet, um wen es sich handelt. Beim 2:4 im europäischen Supercup gegen Atletico stand Navas im Tor.

Während der Stadtrivale Real einen Sommer der schmerzhaften Abschiede erlebte, feierte Atletico die Treue. Im Grunde hatten sich die Anhänger damit abgefunden, dass Antoine Griezmann den Klub Richtung Barcelona verlassen würde. Erst Recht, nachdem Lionel Messi öffentlich seine Zustimmung kundgetan und Sympathien für den Franzosen offengelegt hatte. Dann aber passierte etwas, was im heutigen Fußball selten passiert.

Griezmann entschied sich gegen das bessere Angebot und blieb. Dass er in Zukunft auch bei Atletico nicht von der Armenspeisung leben muss und seine Bezüge deutlich angehoben wurden, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. In Barcelona wäre er nur einer von vielen, bei Atletico aber der Fixpunkt, erklärte Griezmann seinen Verzicht. Stilecht, im Rahmen einer Videobotschaft. Dass die unter anderem von einer Firma produziert wurde, an der Barcelonas Verteidiger Gerard Pique beteiligt ist, machte die Angelegenheit nur grotesker.