Von einer Hobbyliga in die Serie B

Ist dieser Stürmer der nächste Jamie Vardy?

Vor zehn Monaten spielte Cristian Carletti noch in einer Hobbyliga und hatte seinen Traum vom Fußballprofi längst begraben. Jetzt kämpft er mit dem FC Carpi um den Aufstieg in die Serie A.

Youtube/sportinlombardia.com

Im modernen Fußball hat der Zufall ausgedient. Jeder Spielzug wird mit einer Armada von Taktikgurus und Analysten geplant, jeder Transfer ist die Folge eines langwierigen und weltumspannenden Scoutings. In diesem perfekten Fußballapparat werden Jugendspieler über Jahre in ultramodernen Akademien ausgebildet, und wer nicht funktioniert, wird gnadenlos aussortiert. Eine Rocky-Balboa-Story, from zero to hero quasi über Nacht, kann es im Profifußball nie wieder geben. Da waren sich die Experten vor zwei Jahren sehr sicher.
 
Und dann kam Jamie Vardy.
 
Die magische Geschichte des Stürmers brachte den genormten Fußball gehörig ins Wanken. Ausgebildet wurde Vardy bei Sheffield Wednesday, aber bevor er es zu den Profis schaffen konnte, musterten ihn die Trainer wegen seiner geringen Körpergröße aus. In der Folge stolperte er durch die englischen Amateurligen, zwischenzeitlich musste er wegen einer Prügelei sogar eine Fußfessel tragen. Erst 2012, Vardy war bereits 25 Jahre alt, wechselte er über den damaligen Fünftligisten Fleetwood Town zu Leicester City und schoss das Team mit 24 Toren zur Meisterschaft der Premier League.

»Es gibt noch einige Vardys, die entdeckt werden wollen«
 
Vardys Heldensaga war voller Tempo und aberwitzigen Wendungen, am Ende ließ sie die Fans und die Funktionäre aber auch kurz innehalten. So kitschig das alles ist: Sie ließ die Menschen träumen. Die einen glaubten, wenn es einer wie Vardy schafft, von der Theke des Pubs auf den Thron der Premier League, dann könnte ihnen das auch gelingen. Die Funktionäre hingegen spannten ihr Scouting-Netz nun etwas weiter. Im Sommer 2016 gab es nur eine Frage: Wer wird der nächste Jamie Vardy?

Bei Sky, in der Presse, in Talkshows – überall suchten sie nach dem neuen Amateurkicker, der es bald zum Superstar schaffen würde. Als etwa Les Ferdinand, ehemals Queens Park Rangers und Tottenham Hotspur, den »Non League Day 2016« eröffnete, sagte er: »Vielleicht hat der Profifußball die Amateure zu lange vernachlässigt. Dabei gibt es hier bestimmt noch einige Vardys, die entdeckt werden wollen. Es gehört ein gutes Auge dazu, und man braucht auch ein bisschen Glück.«
 
Und das hatte Cristian Carletti.
 
Der Italiener ist momentan Liebling der italienischen Sportpresse, denn auch seine Heldenreise ist die eines Sportlers, der es von ganz unten ziemlich weit nach oben geschafft hat. Genauer gesagt: Von der zehnten Liga in die Serie B.

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