Verteidiger hält zwei Elfmeter

Die falsche Eins

Ein Außenseiter aus Bulgarien schafft den Einzug in die Champions League. Zum großen Helden wird im entscheidenden Play-off-Spiel ein Verteidiger, der als Torwart einspringt – und zwei Elfmeter hält.

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Es gibt im heutigen Fußall dank Manuel Neuer die »falsche Fünf«, einen Torwart als Libero also. Mike Hanke war mal das Testimonial für die »falsche Neun«, also ein unechter Angreifer. Nun muss die Fußballersprache um den Terminus »falsche Eins«, einen unechten Torwart, erweitert werden.

Die Revolution vollführte am Mittwochabend endgültig ein rumänischer Verteidiger mit dem bislang wenig populären Namen Cosmin Moti, der für einen bulgarischen Verein mit dem ebenso wenig populären Namen Ludogorets Rasgrad spielt. Noch vor wenigen Tagen waren Moti und Rasgrad wohl eher Gesprächsthema bei fleißigen Osteuropascouts oder unaufhaltsamen Groundhoppern. Nun spielt der Klub erstmals in seiner Geschichte in der Champions League und Moti ist so etwas wie Rasgrads Chuck Norris.

Eine Minute vor dem Ende der Verlängerung im Play-off-Rückspiel gegen Steaua Bukarest hatte Rasgrads Torwart Wladislaw Stojanow die Rote Karte gesehen. Da das Team bereits drei Wechsel vorgenommen hatte, stellte sich Verteidiger Moti zwischen die Pfosten. Im folgenden Elfmeterschießen nahm er sich direkt den Ball, um seinen Strafstoß sicher ins Tor zu setzen.

»Moti, Moti, Moti«

Auf der Linie zappelte er dann hin und her, um Steauas Schützen zu verunsichern. Mit Erfolg: Zwei Elfmeter parierte der »Aushilfskeeper«, den letzten hielt er sogar fest und sicherte seinem Team den Einzug in die Königsklasse. Danach schoss er den Ball in die Luft, sprintete im Vollsprint zu den Fans, während die bulgarischen Kommentatoren unaufhörlich »Moti, Moti, Moti« riefen.