Verkaufe nicht Deinen Verein!

Schmuggler, Safe-Knacker, Vereinsbesitzer

Wladimir Antonow
FC Portsmouth
England
2011 bis 2012
Es klang toll, was der russische Geschäftsmann Wladimir Antonow an der englischen Südküste ankündigte. Er wollte »Pompey« ein neues Stadion bauen und aus dem damaligen Zweitligisten »ein Chelsea am Meer« machen. Das klang aber auch zu schön, um wahr zu sein. Es wurde auch nicht wahr, denn keine fünf Monate später wurde Antonow aufgrund eines europaweiten Haftbefehls festgenommen.

Bei zwei Banken, die er in Litauen gegründet hatte, gab es finanzielle Unstimmigkeiten. In diesem Zusammenhang ging auch sofort jene Firma in Konkurs, mit der Antonow den Kauf des Klubs vollzogen hatte, der Klub musste daraufhin ebenfalls Insolvenz anmelden. Ein Zehn-Punkte-Abzug war die Folge, und erstmals seit drei Jahrzehnten war der FC Portsmouth plötzlich nur noch drittklassig. Der freie Fall konnte aber auch in der unteren Liga nicht gebremst werden und so stieg man in die vierte Liga ab aus der man sich erst letzte Saison wieder herauskämpfte.



Ioan Niculae
Astra Giurgiu
Rumänien
1996 bis heute
Man könnte meinen, dass es etwas ungerecht ist, den reichsten Menschen Rumäniens in diese Schreckensliste aufzunehmen. Ohne ihn gäbe es den Klub in der wirtschaftlich angeschlagenen südrumänischen Stadt Giurgiu schließlich nicht. 2012 verlegte Niculae den Klub Astra Ploiesti dorthin, 2016 wurde die Mannschaft erstmals rumänischer Meister. Nur, so spotteten sie in Rumänien: Es lag daran, dass Niculae gerade eine Haftstrafe wegen Korruption absitzt.

Er konnte sich nicht, wie sonst üblich, in alle möglichen Entscheidungen im Verein einmischen, Aufstellung inklusive. »Diesmal konnte Niculae keinen unglücksbringenden Einfluss ausüben. Die Spieler konnten endlich in Ruhe ihren Job machen«, sagt Theodor Jumatate von der rumänischen Sportzeitung »Gazeta Sporturilor«. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß – und Astra Giurgiu wieder erfolglos.


George Reynolds
Darlington FC
England
1999 bis 2005
Zweimal hatte der frühere Schmuggler, Einbrecher und Safe-Knacker im Gefängnis gesessen, bevor er mit Kücheneinrichtungen ein Vermögen machte und den damaligen Viertligisten kaufte. Er baute für den Klub, dessen Spiele im Schnitt um die 2000 Zuschauer sahen, ein 25 000-Mann-Stadion, das seinen Namen trug: Reynolds Arena. Allerdings waren bei Fußballspielen maximal 10 000 Fans zugelassen, weil das Stadion verkehrstechnisch zu schlecht erschlossen war. Kein Wunder, dass Reynolds den Klub direkt in die Pleite führte und zum dritten Mal inhaftiert wurde. Er hatte das Portfolio seiner Delikte um Steuerhinterziehung und Geldwäsche erweitert. Darlington spielt mittlerweile sechstklassig.