Verhängnisvolle DFB-Kritik

Nichts zu sagen

»DFB-Präsident Grindel verkauft die Amateure.« Wegen solcher Aussagen soll Gerd Rathjen nach 26 Jahren im Ehrenamt gefeuert werden. Dabei ist er nicht einmal beim DFB angestellt.

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Gerd Rathjen gab sich als Rächer des Amateurfußballs als er im Februar dieses Jahres seine Kritik am DFB anstimmte. »Die Funktionsträger des DFB predigen das Ehrenamt in den Vereinen und die Angestellten des DFB in Frankfurt machen sich die Taschen voll«, sagte er. Und: »DFB-Präsident Reinhard Grindel verkauft die Amateure.«

Wegen dieser Aussagen soll er nun entlassen werden - nach 26 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit. Nicht aber der kritisierte DFB ist für seine Amtsenthebung verantwortlich, sondern der BDFL, der Bund Deutscher Fußball Lehrer. Ein zumindest offiziell vom DFB unabhängiger Veband.

Verhängnisvolle Kritik

Der BDFL ist für die Trainer-Fortbildung im deutschen Fußball zuständig: Wer beim DFB eine A-Trainer- oder Fußballlehrer-Lizenz erwirbt, muss sie alle drei Jahre auffrischen. Die Zuständigkeit dafür hat der DFB an den Bund Deutscher Fußball Lehrer abgetreten, bei dem Gerd Rathjen, selbst Inhaber der A-Lizenz, im Vorstand sitzt.

Als Rathjen also Anfang des Jahres scharfe Kritik am DFB übte, hatte das dem Anschein nach erst einmal nichts mit seiner Arbeit zu tun. Trotzdem soll er nun »entfernt werden«, wie es der Betroffene selbst nennt.

Kritik an DFB und DFL

Alles begann also im Februar 2017 als Rathjens populistische Statements zum DFB öffentlich wurden. Was er damit eigentlich sagen möchte: Die Amateurvereine bekommen zu wenig vom Kuchen ab. Nichts Neues. Ex-Unterhachingen-Präsident Engelbert Kupka predigt in seinem Aktionsbündnis »Rettet die Amateurvereine« dasselbe.

Rathjen ergänzt dessen Forderung nur um ein höheres Budget für die Trainerausbildung, die der Verantwortung der Amateurvereine besonders in der Jugendarbeit gerecht werden soll. Er findet: »Den DFB und die DFL interessieren nur erste und zweite Liga.« Und: »Der Profifußball macht den Amateursport kaputt.«

Auch in Hinblick auf die neue Terminierung der Ligaspiele: »Der Sonntag ist traditionell der Tag des Amateursports«, sagt er, »mein Enkelsohn ist zwei Jahre alt. Ich will, dass er mal selbst Fußball spielt und nicht nur vorm Fernseher sitzt. Wenn ab nächstem Jahr Sonntags um halb zwei, halb vier und halb sechs ein Bundesligaspiel stattfindet, wann soll er dann noch Fußball im Verein spielen?«

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