Unstimmigkeiten bei der Weltfußballerwahl

Skandal! Wird bei der FIFA etwa gemogelt?

Nach der Wahl Lionel Messis zum Fifa-Weltfußballer gibt es einige Zweifel am Votum. Die Erklärungen für die Ungereimtheiten sind völlig absurd.

imago images

Lionel Messi ist der beste Fußballer der Welt. Sportlich gesehen würde wohl kaum jemand widersprechen. Doch nach der Wahl zum FIFA-Weltfußballer durch Trainer, Kapitäne und Medienvertreter kommen nun Ungereimtheiten bei der Stimmabgabe ans Licht.

So kursierte zunächst auf Twitter ein vermeintliches Foto des Stimmzettels, den der sudanesische Nationaltrainer Zdravko Logarusic abgegeben haben soll. Darauf zu sehen: Logarusic votierte nicht, wie es die FIFA in einem öffentlichen Dokument angibt, für Lionel Messi auf Platz eins vor Virgil van Dijk und Sadio Mané, sondern für Mohamed Salah. Allerdings ist auf den Fotos zu sehen, dass die Kreuze retuschiert wurden, sodass es sich um einen Fake handeln könnte.

Offiziell ist aber der Fall des nicaraguanischen Votums: Juan Barrera, Kapitän der Nationalmannschaft Nicaraguas, beteuerte via Twitter, Messi nicht gewählt zu haben, ja sogar überhaupt nicht an der Wahl teilgenommen zu haben: »Habe nicht über die #TheBest2019-Awards abgestimmt. Jede Information über mein Votum ist falsch.« Noch absurder wurde die Affäre, als der Fußballverband des mittelamerikanischen Landes sich schließlich entschuldigte und erklärte, Co-Kapitän Manuel Rosas habe an Barreras Statt gewählt. Die Wahlzettel seien nur »fälschlicherweise« mit dem Namen und der Unterschrift Barreras versehen worden.

Ungültig wegen Großbuchstaben

Die Zettel des ägyptischen Verbandes, also die von Trainer Hossam El-Badry und Kapitän Mohamed Salah, waren hingegen unterschrieben - und fanden dennoch keine Berücksichtigung. Die FIFA erklärte gegenüber dem US-Sportnetzwerk »ESPN«, die Unterschriften auf dem ägyptischen Stimmzettel wären »in Großbuchstaben angegeben« gewesen und hätten «daher nicht gültig (nicht authentisch) gewirkt«. Es ist davon auszugehen, dass zumindest der ägyptische Nationaltrainer für seinen eigenen Spieler abstimmen wollte, und nicht für Messi.

In allen drei Fällen fiel die Wahl also zugunsten des Argentiniers aus. Der mag letztlich zwar der beste Fußballer der Welt sein. Doch ob er dazu auch gewählt wurde oder ob es, Gott bewahre, etwa Mogeleien bei der FIFA gab? Und warum?

Wir können nur hoffen, dass der Organisation, die bislang als transparentes Kernstück des internationalen Fußballs die Herzen der Fans eroberte, nun kein massiver Imageschaden droht.