Unser Typ der Saison: Claudio Pizarro

Ohne ihn wäre Bremen wohl abgestiegen

Marco Bode sagte mal über Claudio, dass es nur drei Minuten brauche, dann sei er Teil von jeder Mannschaft. Das kann ich nur unterschreiben. Mit seinem fröhlichen Wesen ist er für jedes Team eine Bereicherung. Er hat immer ein offenes Ohr für die jungen Spieler und ist stets darauf bedacht, das Zusammenleben in der Gruppe möglichst angenehm zu gestalten. Und da reden wir jetzt nur über seine menschlichen Qualitäten, nicht von den überragenden sportlichen. Aber bei Claudio geht das auch miteinander einher. Er weiß, dass er die Mannschaft braucht. Genauso brauch er die Liebe der Fans, die Familiarität des Umfelds. Nicht umsonst ist er so oft nach Bremen zurückgekehrt. 

Und diese Liebe zahlt er dann mit Leistung zurück. Mit dieser unglaublichen Lockerheit auf dem Platz, mit der er die schwierigsten Dinge leicht aussehen lässt. Seine positive Grundhaltung hat er sich immer bewahrt, auch sportlich schwierigen Situationen. Bei Chelsea etwa, oder auch in Bremen. Jemanden wie Claudio in einer sportlich schwierigen Situation im Team zu haben, kann Wunder bewirken. Weil er einem durch seine Unbekümmertheit immer wieder signalisiert: Ich löse das. Wir schaffen das. Je älter er wird, desto deutlicher wird vor allem dieser Charakterzug: Claudio ist einer, der Verantwortung übernimmt. 

Erst letztes Jahr hat er mich in der ewigen Torjägerliste überholt

Ohne ihn wäre Bremen dieses Jahr wohl abgestiegen. Aber er hat immer gezeigt, dass er an den Klassenerhalt glaubt. Und irgendwann haben die anderen, unerfahreneren Spieler auch dran geglaubt. Außerdem ist er natürlich mit Taten vorangegangen. Mittlerweile hat er 190 Tore geschossen, erst letztes Jahr hat er mich in der ewigen Torjägerliste überholt. Jetzt könnte ich natürlich sagen, dass es schöner gewesen wäre, wenn ihm das nicht gelungen wäre. Aber das stimmt nicht. Denn ich freue mich, Claudio, diesen echten Typen, nach wie vor in der Bundesliga zu sehen.