Union Berlin feiert Benjamin Köhler

»Kämpfe Benny Köhler!«

18.500 Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen, applaudierten, skandierten Köhlers Namen und entrollten Transparente mit der Aufschrift »    7 – eine Zahl für Zuversicht und Glück« und »Kämpfen Benny und komm zurück«. Der Bochumer Anhang beteiligte sich an der berührenden Szene, während die VfL-Profis ebenfalls Beifall klatschten. »Eisern bleiben Benny« stand auf dem Plakat, das Unions Spieler auf dem Platz entrollten. Selbst die Anhänger des Rivalen Hertha BSC präsentierten wenig später beim Auswärtsspiel in Mainz ein Banner mit der Aufschrift »Berlin bleibt stark. Kämpfe Benny Köhler!«

Auch DFL und Schiedsrichter spielten mit

Schiedsrichter Michael Weiner war entgegen ersten Meldungen (die in der ersten Version auch in diesem Artikel verbreitet wurden) nicht informiert worden, hatte dann allerdings gegen die streng genommen regelwidrige Grußbotschaft nichts einzuwenden: »Für mich eine Selbstverständlichkeit, das zu unterstützen. Es gibt Situationen, da sind Regeln nicht wichtig.«

Und Benjamin Köhler? Der saß auf seinem Platz, hatte seinen sechsjährigen Sohn Dian auf dem Schoss und Ehefrau Marina an der Seite. Sichtlich zu Tränen gerührt nahm der Mittelfeldspieler die Genesungswünsche entgegen. Via Instagram bedankte er sich anschließend: »Habe echt nicht gerechnet was es für eine Welle schlagen würde. Ihr da draußen gebt mir aber richtig viel Kraft, Energie und Liebe, wie ich sie von meiner Familie bekomme. Man kann es nicht in Worten beschreiben, aber eure Hilfe ist mir wichtig. Gott ist groß und wird mich auf diesem Weg begleiten und mich da rausholen.«

Die Berliner gewannen das Spiel mit 2:1. Für Benjamin Köhler. Ein guter Anfang, denn »bis zum Ende der Saison spielen wir jedes Spiel für Benny«, versprach Union-Kapitän Damir Kreilach. Sein Trainer Norbert Düwel ergänzte: »Benjamin Köhler bleibt so lange Spieler bei Union bis er gesund ist.«

»Wir sehen uns wieder!«

Es waren zutiefst bewegende Szenen, die sich am Samstag in Köpenick abspielten. Mit einem Klub, der seinem positiven Image alle Ehre machte. Fußballern und Trainern, die die Bühne der Alten Försterei auf beeindruckende Art und Weise nutzten. Zuschauer, die mal wieder bewiesen haben, wozu Fußballfans in der Lage sind. Und einem an Krebs erkrankten Fußballprofi, dem die ergreifende Unterstützung hoffentlich bei der Genesung helfen wird.

»Wir sehen uns wieder, ganz bestimmt«, hat Benjamin Köhler versprochen. Wir nehmen ihn beim Wort.