Über die Zickzack-Karriere von Dortmunds Wunschspieler Axel Witsel

Die Sechser-Position: Wie geschaffen für ihn

Dort gelang ihm 2007 der Sprung in die Stammelf des zukünftigen Meisters, nur wenige Monate nach Marouane Fellaini. Beide wurden zu Symbolfiguren für Lüttichs Zukunft, waren Schlüsselspieler in der Meister-Mannschaft von 2008. Lüttich war zum ersten Mal seit 25 Jahren zurück an der Spitze des belgischen Fußballs. »Eine solche Gefühlsexplosion habe ich noch nie gespürt«, sagte Witsel damals. Es folgte eine unvergessliche Party.

Und mit diesem Titel nahm seine Karriere erst richtig Fahrt auf. Bei seiner ersten Berufung in die belgische Nationalmannschaft war er gerade mal 19 Jahre alt. Die Späher der europäischen Tob-Klubs gaben sich im Stade de Sclessin in Lüttich die Klinke in die Hand. Alle wollten sich einen Eindruck von Witsels Talent verschaffen. Wechselgerüchte kamen auf. Real Madrid? Oder Arsenal London, seinen Traumverein? Witsel blieb standhaft. Als er Standard Lüttich 2009 nach einer weiteren Meisterschaft und dem Vorfall mit Wasilewski verließ, ging es nicht in die Primera Division, nicht in die Premier League, sondern zu Benfica Lissabon in die Primeira Liga.

Die Sechser-Position: Wie geschaffen für ihn

Ein Schritt, der sich als goldrichtig herausstellte. Nachdem er in Belgien zunächst vor allem auf dem Flügel eingesetzt wurde und später in die offensive Mittelfeldzentrale rückte, zog ihn Benficas Manager Jorge Jesus auf die Sechser-Position zurück. Eine Position, wie für ihn erschaffen. Witsel hatte nun mehr vom Spiel vor sich, bestimmte den Rhythmus nach Belieben. Und durch seine guten Leistungen in der Champions League konnte er beweisen, dass er bereit für den nächsten Schritt war.

Sir Alex Ferguson persönlich bemühte sich, den Belgier zu Manchester United zu holen. Und doch ging der erklärte England-Fan Witsel im Sommer 2012  für über 40 Millionen Euro zu Zenit St. Petersburg nach Russland. Solche Summen für ausländische Spieler auszugeben – im selben Jahr wechselte Hulk vom FC Porto zu Zenit – war in Russland jedoch nicht gern gesehen. Witsel war zunächst isoliert, seine Mitspieler starteten eine Revolte. Es ging nicht um ihn, es ging ums Prinzip. Selbst Russlands Präsident Putin schaltete sich in die hitzige Debatte ein und verteidigte dabei die Transfers von Witsel und Co. Und mit seinen Leistungen schaffte es Witsel, dass auch die kritischsten Stimmen mit der Zeit verstummen. Er war wieder der Taktgeber im Mittelfeld.