Über die Odyssee von Ex-Chelsea-Keeper Matej Delac

»Es ist schon gut so, wie es ist«

Delac hatte mitunter nicht nur kein Glück, sondern auch Pech. Sarajevo wollte die Leihe verlängern, bei einem Freundschaftsspiel riss ihm das Kreuzband, er kehrte zur Behandlung nach London zurück. Und verlängerte seinen Vertrag. Als Kroatien in die EU eintrat, hoffte er endlich eine Arbeitserlaubnis in England zu bekommen.

Damit könnte er auch als dritter Torwart bei Chelsea trainieren, was sie Ausländern nur gestatteten, wenn die zur A-Nationalmannschaft eingeladen wurden. Er könnte sich in die zweite Liga verleihen lassen. Dann wählten die Engländer den Brexit, und alles wurde noch schwieriger. Delac wechselte für ein Jahr in die erste belgische Liga, hielt mit Royal Mouscron die Klasse.

»Aber es ist schon gut so, wie es ist«

In Sommer 2017 wurde er dann nervös. Als der 31. August verging, war es sogar so: Matej Delac macht eine Bewegung, mitten auf der längst dunklen Einkaufsstraße – es wirkt, als hätte ihm jemand die Kraft aus den Schultern genommen, als würde sein Hals schwach und sein Kopf schwer, da sackt der große Mann obenrum zusammen, die Arme baumeln kurz am Körper herab, er verdreht sogar die Augen.

Als das Transferfenster schloss, wusste er, dass er weiter bei Chelsea unter Vertrag stehen, aber mindestens vier Monate ohne Mannschaft sein würde. »Sicher, viele Dinge hätten anders laufen können«, sagt er, die Hände im feinen Trenchcoat vergraben. »Aber es ist schon gut so, wie es ist.« Er hat seine Spiele gemacht, ist gereist, hat viel gesehen. Im Winter will er Chelsea verlassen, will sich mittelfristig etablieren, Helena ist schwanger, Ende Januar werden sie Eltern. Dann sagt er noch einmal, dass er jetzt ein viel besserer Fußballtorwart ist als vor sieben Jahren. Jung noch, aber schon durch fünf, sechs Torwartschulen gegangen. Für Fußballtorwart Matej Delac, ein wenig nervös in der Gegenwart, sind all das Gründe, sich auf die Zukunft zu freuen.