Über den Trainerwechsel bei den Spurs

Bye, Bye, Tottenham

Am Samstag wird José Mourinho zum ersten Mal bei Tottenham Hotspur auf der Bank sitzen und eine Ära beenden. Was das bedeutet, kann man bei Borussia Dortmund sehen.

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Am Samstag wird Tottenham Hotspur den kurzen Weg nach Stratford nehmen, um im ehemaligen Olympiastadion bei West Ham United zu spielen, und irgendetwas Neues wird beginnen. José Mourinho wird bei seinem neuen Klub erstmals auf der Bank sitzen, und an diesem Nachmittag wird man eine erste Ahnung davon bekommen, ob seine Verpflichtung eine gute Idee war. Vielleicht wird er die Mannschaft, die mittlerweile auf dem 14. Platz in der Premier League verschwunden ist, meilenweit von der Spitzengruppe entfernt, und in der Champions League vom FC Bayern mit 2:7 historisch vermöbelt wurde, wirklich wieder erfolgreich machen.  

Darüber könnte man ausführlich spekulieren, sicher ist aber etwas anderes: Spätestens an diesem Samstag müssen wir uns von Tottenham verabschieden. Seit Mauricio Pochettino dort im Mai 2014 Trainer wurde, dürfte die Mannschaft jedem ans Herz gewachsen sein, der ein Herz für Fußball hat. Sie spielte nicht nur sehenswert, ultra-physisch und teilweise sogar mitreißend, sondern war damit auch erfolgreich. 

Kein Preisschild am Trikot

Doch anders als den sonstigen Spitzenteams der Premier League hing bei den Spurs nicht das Preisschild aus den Trikots. Dieses internationale Spitzenteam war nicht zusammengekauft, sondern über einen langen Zeitraum intelligent entwickelt worden.

Unter Pochettino wurde Harry Kane ein Weltstar, Harry Winks aus dem eigenen Nachwuchs und Dele Alli wurden englische Nationalspieler. Ob Heu Min-Son, Toby Alderweireld, Jan Vertonghen oder Christian Eriksen, sie alle hatten die beste Zeit ihrer Karriere in dieser Mannschaft. 

Fast schon absurd war es, dass Tottenham in der vergangenen Saison das Finale der Champions League erreichte, ohne einen einzigen Spieler neu verpflichtet zu haben. In den ersten fünf Spielzeiten unter Pochettino (abgesehen also von dieser Saison) gab Tottenham 40 Millionen Euro mehr für Transfers aus als der Klub einnahm. Ein absurd niedriger Betrag, bei Manchester City lag er im gleichen Zeitraum bei rund 620 Millionen.