Über Atleticos Triumph gegen Barca

La Mannschaft

Die beste Auswahl der Champions League ist raus. Der Viertelfinal-Erfolg von Atletico Madrid sollte all jenen Hoffnung machen, die noch an den Fußball als Mannschaftssport glauben.

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Was es bedeuten kann, in einer Mannschaft zu spielen, erfuhr ich in der F-Jugend. Damals wurde mein kleines Dorf Bezirksmeister in der Halle, unser Gegner im Finale war das beste Team des Turniers. Wir schossen ein frühes Tor, verteidigten dann äußerst hartnäckig und gewannen mit 1:0. Weil unser Torwart unglaubliche Bälle hielt, weil wir Abwehrspieler uns in jeden Zweikampf warfen und unsere Offensive eben dieses eine Tor produzierte. Ich war erst sieben Jahre alt. Aber wie eine Fußball-Mannschaft funktioniert, wusste ich schon da.

In den entscheidenden 90 Minuten besser sein

Das ist und bleibt das Faszinierendste an diesem Sport: dass nicht immer die Mannschaft mit den besten Spielern gewinnt (das ist viel zu häufig ohnehin der Fall), sondern die beste Mannschaft. Beziehungsweise: die Mannschaft, die in den entscheidenden 90 Minuten die bessere ist. Wie auch immer sie das anstellt.

Atletico Madrid hat den FC Barcelona aus der Champions League geworfen. Im Viertelfinale. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel gelang der Auswahl von Diego Simeone gestern ein 2:0-Erfolg. Für mich eine weitere Fortsetzung meiner F-Jugend-Erfahrung.

Barca hatte Messi und Co. – Atletico hatte Atletico

Selbstverständlich hat Barcelona die besseren Einzelspieler. Außerdem hat Barca Lionel Messi, der, Formkrise hin oder her (452 Minuten ohne Tor für Barcelona) immer noch der beste Fußballer der Welt ist. Barca hat Luis Suarez, hat Neymar, hat Iniesta, hat das Selbstvertrauen eines Klubs, für den die großen Erfolge so normal sind wie für Eintracht Frankfurt der Abstiegskampf. Gegen Atletico hatte Barca unglaubliche 77 Prozent Ballbesitz. Schoss 13 Mal aufs gegnerische Tor (Atletico gelangen neun Abschlüsse). Und trotzdem verloren die Katalanen mit 0:2. Weil Atletico Atletico hatte.