TUS Norderney - TSV Juist 3:1

100 Jahre Hohn und Spott

Was sich auf dem Sportplatz an der Mühle abspielte, wirkte wie ein Länderspiel zwischen zwei Staaten Mikronesiens, wenn man mal von den Temperaturen absah. TUS Norderney - TSV Juist 3:1Dirk Kähler

Deutschland  
Norderney  
Sportplatz an der Mühle           
1. Kreisklasse (11. Liga)           
25. Oktober 2009  
500 Zuschauer
 

Es spielten der TuS Norderney und der TSV Juist. Der Norderneyer Fußball krankt seit Jahren an einem inseltypischen Problem. Immer gerade dann, wenn sich eine Mannschaft gefunden und eingespielt hat, rufen Zivildienst, Ausbildung, Beruf oder Studium die Kicker aufs Festland. Doch anlässlich des Derbys reisten diesmal auch Spieler aus der Ferne an. Nils Hahnen, der als Zivi am Hamburger Michel den Turmwächter gibt, wurde am Abend vor dem Spiel per Motorboot in Norddeich Mole abgeholt. Der Grund: Die letzte Fähre war schon weg.

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Student Jens Harms, aus Münster eingeflogen, sagte: »Bei dem Spiel braucht es keine Motivation, es geht um 100 Jahre Hohn und Spott.« Die Rivalität zwischen Norderney und Juist liegt im Fischfang begründet und im Strandgut. Die Einnahmen aus dem Bergen gestrandeter Schiffe war einst eine wichtige Geldquelle für die Insulaner. Beim modernen Ballspiel setzten sich die Gastgeber durch, 3:1. Im Mai findet im »Dünenkessel« von Juist die Revanche statt. Team und Fans werden per Sonderfähre aus Norderney anreisen.