VW und 11FREUNDE zur Frauen-WM
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Turbine-Potsdam-Trainer Matthias Rudolph im Interview

»Zurzeit tut sich mehr als in den letzten zehn Jahren«

Turbine Potsdams Trainer Matthias Rudolph erklärt die taktischen Trends, warum sich der Frauenfußball in den letzten Jahren stark verbessert hat und wie wichtig Martina Voss-Tecklenburg für das deutsche Team ist.

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Herr Rudolph, neben Ihrer Tätigkeit als Cheftrainer bei Turbine Potsdam sind Sie auch Lehrer am Humboldt-Gymnasium in der Stadt. Haben Ihre Schüler und Schülerinnen Sie schon zur anstehenden Frauen-WM ausgefragt?
Nur vereinzelt. Viele wissen natürlich, dass ich der Trainer von Turbine Potsdam bin. Nun wurde auch der Kader der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben, da sind mit Johanna Elsig und Svenja Huth auch zwei Spielerinnen von Turbine dabei. Dementsprechend spricht man auch mal mit den Schülern und Schülerinnen darüber. Aber das ist nicht wie bei der Männer-WM, wo es an der Schule ein großes Gewinnspiel oder Ergebnisraten gibt.

Wie sehen Sie die Chancen der deutschen Mannschaft? Was hat sich mit Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg verändert?
Es herrscht gerade eine gewisse Aufbruchsstimmung. Die kam schon mit Horst Hrubesch, der die Mädels emotional wieder mitgenommen und für einfachere und klarere Strukturen im Spiel gesorgt hat. Voss-Tecklenburg knüpft da an. Dennoch hat sie ihre eigenen Ideen und ein klares Spielkonzept. Sie sagt den Mädels , was sie von ihnen erwartet und schiebt gewisse Spielerinnen, die das auch annehmen können, in Verantwortungspositionen. Dementsprechend formt sie eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann.

Wie sieht dieses Spielkonzept aus?
Erstmal ist es wichtig, dass jede Spielerin genau weiß, was sie zu tun hat. Die Mannschaft ist im Mittelfeld und im Angriff variabel. Sie greift früh an und versucht den Gegner so unter Druck zu setzen. Und was man bei Voss-Tecklenburg auch immer wieder heraushört: Sie will, dass ihre Spielerinnen selbstbewusst und mutig auftreten. Das vermittelt sie allein mit ihrer Körpersprache und ihrem öffentlichen Auftreten.

Wie schätzen Sie die Gruppe B ein, in der Deutschland auf Spanien, China und Südafrika trifft?
Bei aller Wertschätzung: Gegen Südafrika muss das Team klar gewinnen. Genauso eigentlich auch gegen China. Ich glaube nicht, dass die Chinesinnen derzeit so stark sind, dass sie der deutschen Mannschaft über 90 Minuten Paroli bieten können. Gegen Spanien gab es im vergangenen November ein Testspiel (0:0, Anm. d. Red.). Da konnte man sehen, dass die Spanierinnen nicht schlecht sind. Wenn die Deutschen aber eine gute Tagesform haben, müssen sie auch gegen Spanien gewinnen, weil sie insgesamt einfach stärker besetzt sind. Die Gruppe ist also nicht ganz so einfach, aber Deutschland ist doch Favorit.