Trainingslager-Check: Was in der Vorbereitung alles schief lief

Urlaubspirat

Die Winterpause war kurz und die Zeit zum Trainieren sehr knapp. Trotzdem gab es auch in diesem Jahr für die Bundesligisten genug Möglichkeiten, sich perfekt auf die Rückrunde vorzubereiten. Oder genau das Gegenteil zu tun.

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Verlässlichster Busfahrer: Der von Werder
Die Kernkompetenz eines jeden Langstrecken-Busfahrers der Welt ist es ja, über ein kleines Mikrofon möglichst schlecht gelaunt möglichst schwer verständlich zu erzählen, dass die Bordtoilette defekt ist. Wenn er dann noch zielsicher den lokalen Schlagersender findet, gehört er zu den ganz Großen. Und wir sind uns sicher, dass Werders Busfahrer zu den ganz, ganz Großen gehört. Was darüber hinwegtrösten sollte, dass er sich ab und an mal ein wenig verfranzt. So wie im Trainingslager in Spanien, als er die Mannschaft zum Flughafen bringen sollte und sie auch zielsicher und voller Überzeugung nach Murcia chauffierte. Wo es auch einen Flughafen gibt, dieser allerdings mit dem Flughafen in Alicante, von dem die Mannschaft hätte abfliegen müssen, nicht viel mehr gemein hat, als dass einlaminierte Labber-Thunfisch-Sandwiches ebenfalls mindestens 12,99 Euro kosten. Aber, alles halb so wild, denn im zweiten Anlauf fand der Mann Alicante ohne gröbere Schnitzer und die Mannschaft erwischte den verspäteten Flieger sogar noch. Man könnte also (unverständlich und schlecht gelaunt ins Mikrofon) sagen: alles richtig gemacht. 

Fleißigster Manager: Olaf Rebbe

Was haben manche Manager im Winter geschuftet? Schalkes Christian Heidel zum Beispiel, der nicht nur jeden Tag glaubhaft versichern musste, nichts vom Goretzka-Wechsel zu den Bayern zu wissen, sondern nebenher gleich drei Fast-Blockbuster-Transfers eintütete. Oder Karl-Heinz Rummenigge! Der ja sowieso schon 24/7 damit beschäftig ist, die Arbeitsbedingungen in Katar zu verbessern und der dann auch noch täglich das Gewicht gleich zweier sehr schwerer Rolex-Uhren zu tragen hat. Oder Workaholic Armin Veh in Köln, der ohnehin immer ranklotzt wie ein sächselnder Fußballfan in den Neunzigern auf Sat 1. Wolfsburgs Olaf Rebbe dagegen konnte sich entspannt zurücklehnen. Weil er, und da merkt man mal, wie clever der Mann ist, im Winter gar nicht mehr schuften musste. Er hatte sich ja schon die komplette Hinrunde verausgabt! Und Mario Gomez so penetrant auf die Schulter geklopft, bis der es nicht mehr in Wolfsburg aushielt und mit wundgeklopftem Schultereckgelenk nach Stuttgart flüchtete. Um dem VfL genau die Millionen einzubringen, die Rebbe unbedingt noch braucht, um im Sommer - GENIAL - Andre Schürrle für 45 Millionen vom BVB loszueisen. Touché, Olaf.

Ambitioniertestes Talent: Landry Dimata
Toll, gleich noch eine Wolfsburg-Geschichte: Bisher war Landry Dimata in der niedersächsischen Kulturmetropole lediglich dadurch aufgefallen, dass er zehn Millionen Euro gekostet hatte. Doch im Trainingslager machte er endlich auch mit Taten auf sich aufmerksam. Und netzte im Testspiel gegen Dynamo Dresden zum 1:0. Um dann, eine Viertelstunde später, endgültig klarzumachen, dass ab jetzt ein neuer Koch den Brei verdirbt. Denn nach einem Elfmeterpfiff für Wolfsburg, der normalerweise zwingend einen Elfmeterversuch von Paul Verhaegh - der, was ja viele gar nicht wissen, hauptberuflich kein Fußballer sondern Elfmeterschütze ist - nach sich gezogen hätte, wollte Dimata selber schießen. Und pflaumte, als Daniel Didavi ihn zu einem etwas demütigerem Auftreten überreden wollte, diesen einfach an. Was Didavi so in Erinnerung hat: »Der ist 20 Jahre und sagt zu mir, ich soll den Mund halten. Der hat in seinem Leben noch kein Bundesligator geschossen und sagt zu mir, ich soll weggehen.« Aber Erfolg kommt eben nicht von ungefähr und Zlatan wurde nicht zum Weltstar, weil er seinen Teamkollegen stets verschüchtert die Tür aufhielt. Also weiter so, Landry.

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