Trainer des Jahres: Markus Weinzierl

»Von euch kommen höchstens zwei oder drei oben an.« Und jetzt das.

Damals war er beim Drittligisten Jahn Regensburg als Cheftrainer beschäftigt, einer Mannschaft, bei der er mit beschränkten Möglichkeiten unheimlich viel erreicht hat. Er ist dann ja auch aufgestiegen, und zwar mit einer klaren Grundstruktur auf dem Platz: einem Mittelfeld-Pressing, bei dem jeder Spieler genau wusste, was er zu tun hatte, um bei Balleroberung ganz schnell umzuschalten und fast überfallartig nach vorne zu stürmen. Das war seine erfolgreiche Grundidee, und wenngleich er sie seitdem verfeinert und weiterentwickelt hat, ist sie heute noch in Augsburg zu sehen. Der Bundesligist FC Augsburg ist ja auch durchaus mit dem Drittligisten Jahn Regensburg zu vergleichen. Beides sind Teams, die von der individuellen Qualität und den finanziellen Möglichkeiten einen kleinen Nachteil im Wettbewerb haben, sich aber nicht zuletzt durch Markus Weinzierls Sachverstand und seine integrative Art sehr gut wehren können. Und zwar, das ist ganz wichtig, nicht nur kurzfristig, sondern über einen längeren Zeitraum.

Ich glaube, dass Markus mit seiner angenehmen, sachlichen Art in der Augsburger Mannschaft sehr gut ankommt. Jeder Trainer muss so von sich überzeugt sein, dass er den Charakter hat, nicht zu schauspielern, denn das funktioniert sowieso nicht. Markus ist ein super Typ, so wie er ist. Veitstänze am Spielfeldrand aufzuführen, nur um den Medien Futter zu geben, das wäre nicht er. Andere Typen sind anders und dürfen sich ebenfalls nicht verstellen. Im Fußball ist es extrem wichtig, das zu machen, von dem man überzeugt ist - unabhängig davon, was andere von einem erwarten.

Die Überflieger-Klasse von 2011

Wenn man es recht überlegt, ist es schon der Hammer, was aus unserer Klasse von 2011 geworden ist, zumal uns Lehrgangsleiter Frank Wormuth damals gesagt hat: »Von euch kommen höchstens zwei oder drei oben an.« Das sei halt so der Schnitt. Und jetzt das: Roger Schmidt und Sascha Lewandowski in Leverkusen, Tayfun Korkut in Hannover, Markus Gisdol in Hoffenheim, Frank Schmidt in Heidenheim, Thomas Schneider und Michael Wiesinger haben auch schon in der Bundesliga gearbeitet. Insgesamt ist oder war die Hälfte unserer Teilnehmer in den ersten drei Ligen tätig. Da haben wir wohl den Schnitt ein bisschen kaputt gemacht.

Dass nun mit Markus Weinzierl einer aus unserer Gruppe zum »Trainer des Jahres«gewählt wurde, ist großartig, und er hat es absolut verdient. Ein sympathischer Mensch, kompletter Trainer und tiefenentspannter Fußballexperte, selbst unter Stress. Ich kann mich jedenfalls an kein auffälliges Verhalten erinnern, und der Mann saß im Lehrgang schräg vor mir. Wenn da was gewesen wäre, dann wüsste ich das. Und hätte es natürlich sofort beim Lehrer gemeldet.