Top Ten: Die kuriosesten Berufe von Ex-Profis

Von Eiskunstläufern und Türstehern

Nicht alle Ex-Profis wollten Laptoptrainer werden, nicht immer reicht das Geld für ewigen Sonnenschein auf Malle. Also heißt es schuften: als Tierarzt, als Fast Food-Verkäufer, als Rampenbauer. Unsere Top Ten.

imago

Platz 10: Pferdezüchter, Markus Münch

Saisonfinale 1996, Leverkusen gegen Kaiserslautern, Abstiegskampf. Wer verliert, steigt ab. Leverkusen liegt in der 81. Minute 1:0 hinten, Calli schnauft - und sieht, wie Markus Münch einen Volleyschuss in den Giebel jagt, 1:1, Leverkusen bleibt drin. Es war einer jener Momente, in denen Durchschnittskicker zu Helden werden, für einen Augenblick. Danach: Zwölf Mal nominiert für die Nationalmannschaft, kein Einsatz, Wechsel durch die ganze Welt und dann zu Mönchengladbach. 

Münch bleibt drei Jahre, wenn er Zeit hat, geht er auf die Galopprennbahn - zunächst nur zum Wurst essen, wie er sagt. Ein Freund schenkt ihm ein Pferd, Münch findet Gefallen daran und gründet nach der Karriere seinen eigenen Rennstall: MM Racing. »Die große Kunst an diesem Sport ist es, am Pferd abzulesen, was es in diesem Moment braucht«, sagt er im 11-Freunde-Interview. Unter dem Interview kommentiert ein Nutzer mit dem Nutzernamen »Nur der FCK«: »Hoffentlich kommen seine Tiere immer als Letzte ins Ziel…«



Platz 9: Holger Stanislawski, Rewe-Besitzer

Interview mit der FAZ, der MoPo, im Express und im Handelsblatt: Über das abrupte Karriereende als Trainer und seinen Neustart als Supermarktbetreiber im schicken Hamburger Stadtteil Winterhude wurde alles geschrieben. Nur eine Frage nochmal, Herr Stanislawski: Was genau ist jetzt nochmal der Unterschied zwischen Fußball und Supermarkt?

»Beim Fußball hast du Woche für Woche diesen Adrenalinkick. Das baut sich auf und am Wochenende explodiert das. Diese Gefühlsexplosion habe ich nicht, wenn ich 6 Scheiben Gouda aufschneide.« (Stani, MoPo, 2/11/14)




Platz 8: Marcell Jansen, Gründer eines gesunden Fastfoodrestaurants

Karriereaus mit 29, Rudi Völler schäumte. Doch Marcell Jansen zog’s durch, verschwand kurz - und war Anfang diesen Jahres plötzlich wieder da, als Restaurantbesitzer. Gemeinsam mit Fernsehkoch Steffen Henssler eröffnete er am Flughafen Köln/Bonn das Bio-Fastfoodrestaurant Ben Green. Schicke Instagramseite, Detoxification-Smoothie (mit Spinat, Apfel, Feigen, Sellerie, Datteln, Lucuma, Limettensaft, Ingwer, Koriander …), Proteinbomben in hippen Bowls.

»Heute sind sich längst nicht nur Leistungssportler bewusst, welche Auswirkungen die richtige Nahrung auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit haben«, sagt Marcell Jansen. Wer Quinoa aus Schüsseln frisst, hat Fastfood nie geliebt, sagen andere.



Platz 7: Stefan Müller, mobile Kleintierpraxis

Hieße diese Rangliste »Fußballer, an diese sich keine Sau mehr erinnert« oder »Namen, die so gewöhnlich sind, dass es sie nicht geben dürfte«, Stefan Müller müsste sich kaum mit Platz 7 begnügen. Dabei machte der Mann 151 Bundesligaspiele für den SC Freiburg, schoss sieben Tore und galt als ausgesprochen ausgefuchster Verteidiger.

Kein Wunder, dass so einer schlau weiter macht: Müller studierte sieben Jahre lang Tiermedizin in München, unterrichtete an einer Zürcher Berufsschule Tierarzthelferinnen und gründete jüngst im Freiburger Professorenviertel »Wiehre« eine mobile Kleintierpraxis. Nun fährt Müller durch den Breisgau und versorgt »Meerschweinchen und Riesenschnauzer« da, wo sie wohnen. Erklärtes Lieblingstier: Elefant.



Platz 6: Willi Lippens, Restaurantbesitzer im Pott

Willi Lippens schoss fast hundert Bundesligatore für Rot-Weiß Essen, aber erinnern wird man sich an ihn aus anderen Gründen. In einem Spiel sah Lippens Gelb, der Schiedsrichter ermahnte ihn mit den Worten: »Ich verwarne Ihnen!« Lippens stutzte und antwortete: »Ich danke Sie.« Er flog dafür vom Platz. Nach seiner Karriere eröffnete Lippens in Bottrop, »mitten im Pott«, ein Restaurant. Name: »Ich danke Sie!«


Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!