Tim Cahills gesponsorter Torjubel ist einfach nur kacke

Fuck Jubel

Der moderne Fußball ist scheiße. Der nächste Beweis: Tim Cahill verkauft seinen Torjubel an einen Reiseanbieter. 

imago

Tim Cahill ist ein cooler Dude. Der Stürmer von Melbourne City hat 103 Länderspiele für Australien bestritten, außerdem eine ganze Weile in der Premier League für Everton gekickt und dabei viele, viele Tore geschossen. Über die Grenzen Australiens hinaus ist Cahill zudem mit seinem Signature-Jubel bekannt geworden, bei dem er zur Eckfahne läuft und diese als Sparringspartner beim Boxen benutzt. Damit ist er Mitglied im illustren Klub jener Spieler, die einen ganz eigenen Jubel haben, den niemand sonst benutzt. 

So war es zumindest bis vor wenigen Tagen. Dann aber spielte Tim Cahill mit Australien gegen Syrien in den Playoffs der WM-Quali. Ein sportlich unglaublich wichtiges Spiel, zudem emotional aufgeladen durch den vom Bürgerkrieg gebeutelten Gegner. Cahill schoss seine Nationalmannschaft mit zwei Toren zum Sieg, eines davon erst in der Verlängerung. Ein denkbar knappes Spiel mit einem Siegtor in der 109. MInute. Eine Situation, für die man als Spieler lebt. In der sich die ganze Emotionalität dieses Sports explosionsartig entlädt. 

Oder halt eine Situation, in der man zuerst an seinen Sponsor denkt und darauf bedacht ist, dessen Message rüberzubringen. Und so lief Cahill nicht zur Eckfahne, um den Boxer zu machen. Cahill ahmte mit ausgebreiteten Armen ein Flugzeug nach, anschließend formte er die Hände zu einem »T«. 

Cahill ist seit neuestem Markenbotschafter des Reiseanbieters TripaDeal, der per Instagram jubilierte: »Habt ihr gesehen, wie Tim Cahill, unser neuer Markenbotschafter das TripaDeal-T gemacht hat, nachdem er das Siegtor geschossen hat? Glückwunsch, Tim.« Der Stürmer reagierte mit ein paar Flugzeug-Emojis. Und während sich die Fans darüber aufregten, dass der Torjubel als quasi Allerheiligstes des Fußballs ausgerechnet von einem Nationalheld in einem für das ganze Land höchst emotionalen Moment verhökert wurde, freute sich TripaDeal-Manager Norm Blank: »Für uns gibt es niemand besseren, um auf unsere Marke zu verweisen. Es gibt keinen höher angesehenen Sportler in diesem Land.«

Seinen Torjubel zu verhökern ist übrigens ein guter Weg, genau das zu ändern. 

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!