Thomas Schaaf wird Trainer bei Eintracht Frankfurt

Trainerkandiat Nummer drei

Vermutlich hat der stoische Bremer Bruchhagen und Co. eben mit jenem Verhalten überzeugt, das ihm bei den Werder-Fans auf ewig einen Platz im Herzen sicherte: Seiner Thomasschaafigkeit. Während sich Bernd Schuster in einem Interview geradezu anbiederte (»Ich bin eine Option«, »Wenn das klappen würde, würde ich mich riesig freuen«) und Roberto di Matteo mit ausstehenden Antworten die Nerven der Frankfurter Vereinsführung strapazierte, hielt Thomas Schaaf einfach seine Klappe und harrte der Dinge. »Werden Sie bald wieder auf der Bank sitzen?«, fragte am 5. Mai die »Bild«-Zeitung. »Dazu gibt es keine Aussage«, antwortete Schaaf. Auch diese vorgelebte Seriosität dürfte Bruchhagen imponiert haben. Gegenüber »Sky« sagte er zum Thema Thomas Schaaf: »Wir haben eine sehr gute Wahl getroffen – davon bin ich überzeugt.«

Leidet Schaafs Image?

Einziges Geschmäckle an diesem Transfer: Schaaf war nicht Kandidat Nummer eins auf den Trainerposten bei der SGE. Nach Roger Schmidt und Roberto di Matteo ist der Meistertrainer von 2004 nur dritte Wahl. Kratzt das am Selbstvertrauen des Übungsleiters? Vermutlich nicht, sonst hätte er nicht bei der Eintracht unterschrieben. Leidet darunter sein Ansehen bei der neuen Mannschaft und den Eintracht-Fans? Wohl kaum, zu positiv ist Schaafs Image nach 14 Jahren am Stück bei Werder Bremen.

Frankfurt und Schaaf – irgendwie hat man das Gefühl, dass das passt. Jedenfalls in der Theorie. Wie das in der Praxis aussieht, wird man erstmals am Wochenende um den 22. bis 24. August beobachten können. Dann nämlich startet die neue Bundesliga-Saison. Mit Eintracht Frankfurt. Und Thomas Schaaf.