Thiago! Schweini! Lahm! Alonso! Hat der FCB ein Luxusproblem?

Vier gewinnt

Trotz der Verletzung von Bastian Schweinsteiger hat Bayern-Trainer Pep Guardiola gleich drei überragende Spielgestalter im defensiven Mittelfeld zur Verfügung. Kann das gegen Porto zum Problem werden?

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Es ist ein Klischee, doch wenn ein Bundesliga-Trainer die Bedeutung einer Verletzung seines Starspielers herausstreichen will, muss er einfach sagen: »Wir sind doch nicht der FC Bayern!« Der Kader der Münchener ist auch in dieser Saison wieder eindrucksvoll besetzt – in der Spitze wie auch in der Breite. Gerade im zentralen Mittelfeld, der wichtigsten Position im Münchener Ballbesitz-Spiel, hat Pep Guardiola zahlreiche Möglichkeiten. Bastian Schweinsteiger, Xabi Alonso, Philipp Lahm, Thiago Alcantara – allesamt hätten einen Platz in einer Weltauswahl verdient.

Kein Grund für Mitleid

Doch trotz der großen Namen herrscht im zentralen Mittelfeld der Bayern nicht nur eitel Sonnenschein. Zwar ergeben sich mit der Rückkehr von Thiago und Lahm neue taktische Möglichkeiten. Dennoch entpuppt sich das vermeintliche Luxusproblem im Mittelfeld bei genauerem Hinsehen als ein echtes Problem.

Ein Spieler aus dem Viergespann hat sich jüngst wieder verabschiedet: Bastian Schweinsteiger verpasst die Partie in Porto verletzt. Damit waren es nur noch drei. Pep Guardiola muss sein Mittelfeld aus Xabi Alonso, Lahm und Thiago zusammensetzen.

Das ist sicherlich kein Grund, Guardiola zu bemitleiden. Aufgrund der Form der drei Superstars ist es jedoch auch kein Grund zum Jubeln. Philipp Lahm und Thiago sind gerade erst nach einer langen Verletzungspause zurückgekehrt. Beide sind zwar zuletzt wieder in die Startelf gerückt, ihnen fehlt jedoch noch die Kraft, ein Spiel über 90 Minuten durchzustehen.

Alonso im Mini-Formtief

Xabi Alonso wiederum befindet sich nach einer Weltklasse-Hinrunde in einem kleinen Formtief. Seine Eigenart, das Spiel aus der Tiefe zu gestalten, ist jedem Gegner mittlerweile bekannt; in fast jedem Spiel wird ein Manndecker auf ihn abgestellt, der ihn auf Schritt und Tritt verfolgt. Ihm ist es kaum mehr möglich, jene Galapässe über dreißig, vierzig Meter zu schlagen, die ihn zu Beginn der Saison so wertvoll machten.