Theofanis Gekas

Genie der Einfachheit

Theofanis Gekas vom VfL Bochum macht nichts, was wir nicht verstehen könnten: Er lauert, sprintet, schießt. Dass er so schon zwölf Buden gemacht hat, tut sein Übriges – die Fans liegen ihm zu Füßen. Imago Man wünscht ihm jemanden wie Uwe Bein. Der hat früher in Frankfurt Anthony Yeboah stets im richtigen Moment in die Gasse geschickt, und der schnelle Stürmer wurde zweimal Torschützenkönig der Liga.

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Einen solchen kongenialen Vorbereiter für sein einfaches Spiel hat Theofanis Gekas in Bochum nicht, Torschützenkönig könnte der Angreifer des Abstiegskandidaten aber trotzdem werden. Zwölf Mal hat der Grieche schon getroffen, nur der Stuttgarter Mario Gomez hat ein Tor mehr geschossen.

Ständig lauert Gekas an der Grenze zum Abseits auf Pässe in die Tiefe, die er dann kurz an nimmt und sofort zum Abschluss kommt. Mit viel Laufarbeit erarbeitet er sich so eine Vielzahl an Großchancen. Einziges Manko ist, dass er zu wenige davon nutzt. Die große Stärke der nicht mit Klassefußballern besetzten Bochumer im Abstiegskampf ist, dass Trainer Marcel Koller die Mannschaft genau das spielen lässt, was sie kann. Der Gegner wird schon im Mittelfeld bekämpft, und nach einem Ballgewinn wird Gekas entweder direkt oder über den Umweg Misimovic geschickt. Misimovic hat schon vier Tore von Gekas vorbereitet, und dabei musste er Gekas gar nicht einmal steil und flach anspielen. Obwohl er 1,79 Meter groß ist, ist Gekas auch ein guter Kopfballspieler, wenn er in die Spitze startet. Nur Schalkes Kevin Kuranyi war mit sieben Kopfballtoren bisher erfolgreicher als Gekas, der viermal mit dem Kopf traf.

Die Fans lieben ihn, weil er trifft. Und weil er Fußball so nachvollziehbar simpel spielt wie die Stadionbesucher auf dem Bolzplatz.