Syrien macht José Mourinho ein Jobangebot

The Special Offer

Champions-League-Viertelfinale – und José Mourinho ist nicht dabei. Immerhin bekommt der »Special One« Jobangebote. Zuletzt aus Syrien.

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José Mourinho hat in seiner Karriere als Fußballtrainer bereits vieles erlebt. Unzählige Anekdoten schmücken die Vita des extrovertierten Portugiesen. Ob diverse Titelgewinne, verbale Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern, gegnerischen Fans und Spielern oder die Tatsache, mit fünf verschiedenen Rekorden im »Guinness Buch« zu stehen (längste Heimserie ohne Niederlage, mit zwei Klubs die Champions League gewonnen, jüngster Trainer mit 100 Spielen in der Champions League, die meisten Punkte in einer Premier-League-Saison, die meisten ungeschlagenen Heimspiele in der Premier League in Serie). 


Es muss also wenig geben, was einen wie »The Special One« noch überraschen könnte.

Eine Anfrage vergangener Tage aber dürfte selbst Mourinho für einen kurzen Moment aus den Socken gehauen haben – sofern ihn das offizielle Angebot des syrischen Fußballverbandes überhaupt erreicht hat. 


Nur Japan war stärker

Die Nationalmannschaft Syriens schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Die Syrer, die ihre Heimspiele aufgrund des Bürgerkrieges im Oman austragen, sicherten sich in der asiatischen Qualifikations-Gruppe E mit Japan, Singapur, Afghanistan und Kambodscha den zweiten Platz. Ausschlaggebend waren die Siege über Singapur im direkten Duell um Platz Zwei.



Durch dieses hervorragende Abschneiden konnten sich die Syrer für die letzte Gruppenphase der asiatischen WM-Qualifikation qualifizieren. Syrien, um Top-Angreifer Sanharib Malki von Kasimpasa aus der türkischen Süper Lig, gehört somit zu den zehn besten Mannschaften Asiens, von denen im besten Fall fünf die WM-Endrunde 2018 in Russland erreichen.

Da der 123. der FIFA-Weltrangliste einer Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft selten so nah war, ließ sich der Fußballverband um Präsident Salahuddin Ramadan kurz nach der Qualifikation zur letzten Runde etwas Außergewöhnliches einfallen. Besondere Anlässe erfordern schließlich besondere Maßnahmen.

Guardiola, Ancelotti und Luis Enrique fallen raus

Und die Zeit drängt. Das wissen auch die syrischen Funktionäre in Damaskus. In sechs Tagen findet die Auslosung für die dritte und finale Qualifikationsrunde statt. Da der Vertrag des bisherigen Trainers Fajr Ibrahim kurz nach der unbedeutenden 0:5-Niederlage gegen Japan endete, begab sich der Verband umgehend auf Trainersuche.

Dieser Trainer soll aber nicht irgendjemand sein. Es soll ein Coach sein, den das Prädikat Weltklasse ziert. Blöd nur, dass einige Trainer bereits vergeben sind: Pep Guardiola trainiert die Bayern und wird nächste Saison den englischen Klub Manchester City übernehmen. Carlo Ancelotti beerbt Guardiola in München, und Luis Enrique wird seinen Posten beim FC Barcelona so schnell wohl nicht aufgeben.

Bleiben also nicht mehr viele Kandidaten, die als Nationaltrainer Syriens in Frage kommen. Bleibt um ehrlich zu sein eigentlich nur José Mourinho. Der Portugiese ist momentan vereinslos und hat für die nächste Saison – zumindest offiziell – noch keine Stelle gefunden. Grund genug für den syrischen Fußballverband, Mourinho über dessen Berateragentur, eine offizielle Anfrage zu senden.