Stuttgart - Union: Wer die besseren Chancen hat

Entscheidend ist...

Die Teilnehmer der Relegation stehen fest: Union Berlin trifft auf den VfB Stuttgart. Hier kommen fünf Dinge, die man vor den beiden Spielen wissen muss.

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In der 95. Minute hatte Suleiman Abdullahi die Chance, Geschichte zu schreiben. Zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum stand es 2:2 und da Paderborn das Spiel gegen Dynamo Dresden 1:3 verloren hatte, genügte den Berlinern ein Sieg für den ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Der Ball landete vor den Füßen von Abdullahi. Er traf ihn gut, sein Schuss flog auf den Kasten. Doch Bochums Keeper Manuel Riemann parierte. Die Geschichte geht weiter, Union muss in die Verlängerung.

Am Donnerstag treffen sie in der Relegation auf den VfB Stuttgart. Chancen, die Relegation zu vermeiden, hatte Union Berlin im Verlaufe der Rückrunde zuhauf; allesamt vergeben. Rächt sich das jetzt? Und wie gut passt der Gegner aus dem Schwabenland zu den Stärken und Schwächen der Berliner? Fünf Dinge, die man vor der Relegation wissen muss.

1. Unions Form zeigte zuletzt nach oben
In der zweiten Bundesliga lieferten sich die Teams ein Schneckenrennen um den Aufstieg. Am Ende holte Paderborn mit 57 Punkten Rang 2. So wenige Punkte hatte noch kein Zweitplatzierter, seit vor zehn Jahren die Relegation wieder eingeführt wurde.

Union hat gerade in der Rückrunde Punkte liegen lassen. Doch zuletzt ging die Formkurve wieder nach oben. Während Union sich lange Zeit stark auf das eigene Pressing und Konterspiel verließ, zeigten sie zuletzt vermehrt spielerische Ansätze. Ihre Raute im Mittelfeld greift besser, sie können vor allem über die nachstoßenden Mittelfeldspieler Gefahr erzeugen. So hätte auch das Spiel gegen Bochum bei besserer Chancenverwertung anders ausgehen müssen. Nach Schüssen stand es am Ende 26 zu acht für Union. Nach Toren hingegen nur zwei zu zwei.

2. Das Pressing ist ihre Stärke
Trotz der fußballerischen Fortschritte bleibt die große Stärke von Urs Fischers Team das Pressing. Ihr nominelles 4-3-1-2-System interpretieren sie recht flexibel. Immer wieder entstehen 4-4-2 oder gar 4-3-3-Anordnungen. Auch in der Höhe und der Aggressivität des Pressings sind die Berliner variabel.

Besonders erfolgreich sind die Berliner, wenn sie den Zugriff um den Mittelkreis herum suchen können. Hier punkten sie mit ihrem aggressiven Mittelfeld. Tatsächlich sind die Berliner eine der defensiv stärksten Mannschaften der Zweiten Liga. Nur Absteiger Magdeburg ließ in der vergangenen Saison weniger Torschüsse zu als die Berliner.