Stürmer fehlt wegen Reality-TV-Show beim Training

Hauptsache nicht dämlich

Das wäre alles nicht weiter erwähnenswert, wenn Thalassitis vorab jemanden aus seinem Verein darüber informiert hätte, dass er demnächst gedenke, sich im nationalen TV der Balz hinzugeben. Doch Fehlanzeige, sagte sein Trainer, Steven Watt, nun: »Es ist enttäuschend, dass er mir nicht Bescheid gegeben hat. Ich kann ja verstehen, dass er das als Chance für sich begreift. Aber er hätte mich wenigstens anrufen können. Ich hätte niemals gedacht, dass mir in der Saisonvorbereitung mal ein Spieler fehlen wird, weil er in einer TV-Show auftritt.«

Am Ende des Tages aber zeigt sich der Trainer als Pragmatiker, nimmt die Dinge als unabänderlich gegeben und hat nur einen Wunsch: Dass sein Spieler nichts dämliches anstellt vor laufenden Kameras.

»Groß, dunkel, attraktiv«

Denn bei Margate FC, in der Grafschaft Kent, können sie schlechte Nachrichten gerade nicht gebrauchen. Vergangene Saison stand in der National League der letzte Platz zu Buche, in der kommenden Spielzeit muss der Klub nun sechstklassig auf bessere Zeiten hoffen.

Mike Thalassitis ist das wahrscheinlich nicht allzu wichtig, wenn es nach ihm geht, spielt er bald in seiner ganz eigenen Liga. Immerhin: Der Mann, der von sich selbst sagt, er sei »groß, dunkel und attraktiv« will »kein Bösewicht« sein. Sondern ein Star.

Gut möglich also, dass sich bald die Prioritäten verschieben. Und es demnächst heißt: Celebrity-Sternchen Mike Thalassitis beginnt Reality-TV-Show mit Verspätung, weil er noch mit Margate FC ins Trainingslager muss. Hauptsache, er sagt vorher jemandem Bescheid.