Story der Woche: Spieleragent fälscht Köln-Vertrag

»Eine echte Räuberpistole«

Ein Kennerblick könne das Papier sofort entlarven, schreibt der Schweizer »Blick«. Oben rechts prange zwar das Logo des 1. FC Köln, aber weiter unten heißt der Klub nur noch FC Köln, das 1. sei durch ein Textverarbeitungsprogramm in ein Aufzählungszeichen verwandelt worden. Bei den Prämien für den DFB-Pokal steht außerdem der Begriff »Cup«. Ein Hinweis, dass das Papier in der Schweiz verfasst wurde, denn so nennen die Eidgenossen ihren nationalen Pokalwettbewerb. Und Schmadtkes Unterschrift? Ebenfalls gefälscht.

»So etwas ist noch nie vorgekommen«
 
Der Vertrag wurde dem »Blick« zugespielt. Der »Kölner Stadtanzeiger« berichtet außerdem, dass Zurap Memetis Eltern den Vertrag dem 1. FC Köln geschickt haben. Und der war verständlicherweise nicht sonderlich erfreut über den vermeintlichen Neuzugang.

Anfang dieser Woche stellte der Klub Strafanzeige. »Es ist ein Vertragswerk aufgetaucht, das eindeutig gefälscht ist«, erklärte FC-Pressesprecher Alex Jacob. »So etwas ist mir in meiner Laufbahn noch nie vorgekommen. Eine echte Räuberpistole«, sagte Schmadtke.

»Es war jugendlicher Leichtsinn«
 
Nicola S. hat sich inzwischen für die Fälschung entschuldigt. Dem »Blick« sagte er: »Dass ich den Vertrag gefälscht habe, tut mir sehr leid. Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Es war jugendlicher Leichtsinn.«

Schöne Ausrede. Vor allem, weil es nicht das einzige Mal war, dass Nicola S. einen Vertrag gefälscht hat. Laut regiofussball.ch soll er die Masche auch mit einem Schweizer Jugendspieler des FC Baar und dem Luzerner Ali Sen abgezogen haben. Beiden Spieler soll er einen gefälschten Vertrag von Dynamo Dresden vorgelegt haben.
 
Nicola S. droht nun eine Strafe wegen Urkundenfälschung. Besonders ungünstig dabei: Er kann sich vermutlich noch keine Anwälte kaufen.