Steile Thesen zum Bayern-Spiel

Robben kann man nicht ersetzen. Oder?

Ohne Robben geht nichts, Alonso ist auch nur ein Mensch und Pep mag Götze nicht. Vor dem Topspiel haben wir fünf gewagte Thesen zum FCB aufgestellt. Aber stimmen sie?

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1. Bayern kann Arjen Robben in der Offensive nicht adäquat ersetzen.
17 Tore und sieben Assists in 20 Bundesliga-Einsätzen – welches Team auf der Welt hätte kein Problem damit, Arjen Robben zu ersetzen? Im Bayern-Spiel kommt ihm die ungemein wichtige Rolle zu, aus dem ruhigen Ballbesitzspiel mit Dribblings und Tricks Tempowechsel zu kreieren. Dass sich der FC Bayern in dieser Saison flügellastiger zeigt als im vergangenen Jahr, erhöht die Abhängigkeit von Robben. Dort benötigt man seine individuelle Klasse, um überhaupt in den Strafraum zu gelangen. Gut möglich, dass Guardiola gar nicht versucht, Robben zu ersetzen, sondern das eigene Positionsspiel stärker auf das Zentrum ausrichtet.

2. Nach Alabas Ausfall wird Philipp Lahm wieder zum Außenverteidiger.
Es klingt logisch: Wenn einer der weltbesten Außenverteidiger ausfällt, ersetzt man ihm mit einem der weltbesten Außenverteidiger. Allerdings hat Alaba zuletzt kaum auf der Außenverteidiger-Position gespielt, sondern durfte entweder als halblinker Verteidiger in einer Dreierkette oder als halblinker Mittelfeldspieler auflaufen. Zudem ist das Mittelfeld der Bayern das dringendere Problem, seit Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso einfach nicht harmonieren wollen. Hier wird Lahm gebraucht, während die Außenverteidiger-Posten auch von Bernat und Rafinha besetzt werden können.

3. Xabi Alonso ist nach nur einer Dreiviertel-Saison entschlüsselt und damit ein ganz normaler Fußballer.
Das stimmt nicht. Es hat nicht einmal eine Dreiviertel-Saison gedauert – schon direkt nach der Winterpause wirkten Alonsos Leistungen auf einmal allzu menschlich. Nach und nach verstimmen die Lobeshymnen, die noch zu Beginn der Saison auf den Spanier gesungen wurden. Alonso beschränkt sich in seinem Spiel stark auf den Raum um die Mittellinie, er lässt sich immer wieder zwischen die Verteidiger fallen. Die Gegner üben zunehmend Druck auf Alonso aus, der Spanier wirkt unter Druck in seinem Pass- und Bewegungsspiel gehemmt und unsouverän. Für Guardiola kommt diese Formkrise zu einer Unzeit – Philipp Lahm und Thiago sind gerade erst wieder fit.